GUMMERSBACH. An einen erfolgreichen Unternehmer und ebenso großen wie großzügigen Bürger Gummersbachs erinnert eine Marmorbüste, die gestern der Stadt zum Geschenk gemacht wurde. Sie zeigt Carl Steinmüller, der zusammen mit seinem Bruder Lebrecht ab 1864 aus der Papierfabrik des Vaters einen weltweit bekannten Kesselhersteller machte.
Überreicht wurde Bürgermeister Frank Helmenstein das gewichtige Geschenk von Dr. Wolfgang und Rita Albrecht. Der ehemalige Steinmüller-Geschäftsführer und seine Frau hatten im Zuge der Babcock-Insolvenz das firmeneigene Haus Kerberg gekauft und die Büste auf dem Speicher entdeckt. Er war ein großer Mann, der aber im täglichen Leben Gummersbachs heute überhaupt nicht erscheint, so Albrecht. In seiner Ansprache erinnerte er nicht nur an die Erfolgsgeschichte des Unternehmers Steinmüller, sondern auch an dessen Verdienste für die Stadt Gummersbach, die sich zusammen mit der Firma entwickelte. Er gab der Stadt ein großzügiges Darlehen für den Kanalbau, stellte ein Grundstück für den Bau des Krankenhauses an der Brückenstraße zur Verfügung und spendete eine erkleckliche Summe für den Bau der Badeanstalt. Carl Steinmüller war Mitglied des Stadt- und nach dem Todes seines Bruder Lebrecht bis zu seinem Lebensende Mitglied im Kreistag.
Bürgermeister Frank Helmenstein forderte angesichts der Herausforderungen, vor denen die Stadt nicht nur bei der Reaktivierung des Steinmüller-Geländes steht, Mut und Entschlossenheit zum Handeln - so wie die Unternehmer-Brüder ihn vor fast 150 Jahren hatten: Wir alle brauchen mehr Steinmüller in unseren Köpfen. (kn)