Abo

„Stellen uns weiche Architektur vor“

2 min

BAD HONNEF-RHÖNDORF. Es ist mittlerweile ein Jahr her: Bürgermeisterin Wally Feiden und ihr Technischer Beigeordneter Bernd-Josef Vedders hatten bei einem Ortstermin in Rhöndorf gute Nachrichten und berichteten von Investoren für das ehemalige Hotel Bellevue am Rheinufer. Nun soll die ersehnte „Wiederbelebung“ durch den Umbau der Gebäude zu einer Wohnanlage mit Eigentumswohnungen bald beginnen: Architekt Wilfried Pilhatsch kündigte am Mittwoch im städtischen Planungsausschuss an, der Bauherr (die Rhöndorfer Rheinarkaden Bellevue GbR) werde in drei bis vier Wochen bei der Stadtverwaltung den Bauantrag einreichen.

Derzeit besteht das „heruntergekommene“ Ensemble, das gleich an der Haltstelle Rhöndorf der Siebengebirgsbahn (Linie 66) steht, aus drei Gebäudekomplexen: den so genannten Rheinterrassen, dem eigentlichen Hotel und dem südlich daran angrenzenden Stammhaus. Wie Pilhatsch darstellte, wird der eingeschossige Rheinterrassen-Bau verschwinden. Der Promenadenweg, der noch zwischen den Rheinterrassen und den Hotelbauten verläuft, soll in diesem Zuge direkt an den Rhein verlegt werden; dafür muss er um rund 1,20 Meter abgesenkt werden.

An dieser Stelle planen die Investoren eine Platzanlage mit drei Sitzstufen, die zum Verweilen einladen sollen. Obwohl dies von der zuständigen Behörde abgelehnt wird, betonte Vedders, die Stadt werde für diese Platzanlage kämpfen. Der Fußweg über die Bahngleise, der am Kopf an den Rheinterrassen endet, wird bei dem Umbau bis direkt an den Rhein geführt.

Das Stammhaus an sich soll in seiner Größe von 13 mal 14 Metern erhalten bleiben, Arkaden davor gesetzt werden. Ein zweigeschossiger Anbau rheinaufwärts werde entfernt. Dem Stammhaus wird ein Penthouse mit einem Flachdach aufgesetzt.

Das Hotel - zum Rhein hin viergeschossig, nach Rhöndorf hin fünfgeschossig - wird ebenfalls erhalten und umgebaut. „Arkaden gliedern den Bau“, erläuterte der Architekt, der den Kommunalpolitikern einige Pläne zur Veranschaulichung mitgebracht hatte. Das Hotel erhält ein zusätzliches Dachgeschoss; es soll kein Vollgeschoss sein. „Wir halten bei der Geschossigkeit die Grenzwerte des Bebauungsplans ein“, sagte Vedders. Insgesamt, so betonte der Architekt, „stellen wir uns eine weiche Architektur vor“.

Abgesetzt hat der Planungsausschuss auf Vorschlag von Vedders mit Stimmen von CDU, SPD und Grünen die - bereits kurz nach ihrem Bekanntwerden - umstrittenen Pläne für eine Wohnbebauung auf dem zwei Hektar großen Gelände der „Villa Schaaffhausen“ und des Seniorenheims „Marienhof“ (die Rundschau berichtete). Wie der Technische Beigeordnete erklärte, habe sich kurzfristig noch Klärungsbedarf ergeben. Er machte aber deutlich, der Ausschuss müsse sich mit der Thematik auseinandersetzen. „Wir haben einen Antrag der Investoren hier vorliegen. Sie erwarten ein Votum.“ Die CDU hatte bereits erklärt, eine Bebauung des Parks abzulehnen.