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Stiller Maler mit einem Faible für Italien

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Mit dem Bericht über die Arbeit des Künstlers Leopold Peer endet heute die Rundschau-Serie „Atelierbesuche im Erftkreis“.

BEDBURG-KIRDORF. „Ein wenig autistisch lebe ich schon“, meint der Maler Leopold Peer nachdenklich. Nur ungern nämlich verlässt der stille, ein wenig scheu wirkende Mann sein Domizil, ein großzügiges Jahrhundertwende-Haus in Kirdorf, das er und seine Frau 1986 gekauft haben.

Peer hat sein Atelier in einem luftigen Anbau zum Garten hin untergebracht. Er ist ein emsiger, konzentrierter Arbeiter, der meist erst am frühen Abend den Pinsel aus der Hand legt. Die Fenster hat er mit einem leichten Gazevorhang verhüllt, damit ihn der Blick in die Natur nicht ablenkt. Nur klassische Musik lässt er zu, wenn er sich zum Malen zurückzieht. „Ich brauche viel Zeit für meine Sachen“, erzählt der 62-Jährige, der nach der Schule eine Malerlehre absolviert hat. Das Handwerk füllte ihn schon bald nicht mehr aus, und er begann in Berlin ein Studium der Porzellanmalerei. „Der Gegenstand war immer wichtig“, beschreibt Peer seine künstlerische Entwicklung.

1964 siedelte er nach Köln über, 1969 beteiligte er sich erstmalig an einer Ausstellung. „Irgendwie hat sich immer eins aus dem anderen ergeben“, stellt er im Rückblick fest. Leopold Peer, der aus einer kunstsinnigen Familie stammt, hat im Laufe der Jahrzehnte viele Techniken ausprobiert. Lange konzentrierte er sich auf Radierungen und andere Drucktechniken, in jüngster Zeit ist er zur Ölmalerei zurückgekehrt. Das Atelier ist zweckmäßig eingerichtet, doch obwohl es hier nichts Überflüssiges gibt, wirkt es einladend - ein aufgeräumter Raum mit persönlicher Atmosphäre. Was gerade nicht gebraucht wird, lagert in einem Nebenraum, wo Peer auch viele seiner Arbeiten aufhebt.

Zahlreiche Italienreisen haben ihre Spuren im Haus und im Werk des Malers hinterlassen. Die surreal angehauchten Stillleben, die er aus wenigen Gegenständen zusammenstellt, haben einen leicht morbiden, rätselhaften Charakter. Eine bleierne Stille scheint über den Arrangements aus Muscheln, Federn, Steinen und architektonischen Formen zu liegen. Auch die Bilderserien mit steinernen Gesichter, aus denen lebendige Augen den Betrachter anblicken, haben eine geheimnisvolle Ausstrahlung. In Peers Bildern gibt es viel leeren Raum um die Motive herum - eine stilistische Eigenart, die sich durch das gesamte Werk zieht. „Das sind gebaute Kompositionen“, erklärt Peer die statisch wirkenden Arbeiten. Bevor er sich an die Ausführung begibt, fertigt er viele Skizzen an.

Der menschliche Körper war immer ein wichtiges Motiv für den Künstler, der sich zunehmend der Aktmalerei widmet. Seit einem Jahr betreibt Peer eine Malschule in Köln, nachdem er lange Zeit privaten Unterricht gegeben hat. Zwei Tage in der Woche sind jetzt der Lehrtätigkeit vorbehalten, und wenn die Schüler nach Modell malen, macht auch Peer mit. Es dauert lange, bis er mit einem Bild zufrieden ist. „Manches habe ich allerdings auch totgemalt“, gesteht der Perfektionist. Oft hängt er seine Bilder in den hellen Wohnräumen mit den hohen Decken auf, wo sie ihre besondere Wirkung entfalten. „Ein häufiger Wechsel sorgt für einen frischen Blick“, hat Peer festgestellt.