WIPPERFÜRTH – Nicht nur in der Dörfer geht jetzt um 1 Uhr das Licht aus, auch in Wipperfürth selber wird es in den nächsten Tagen zwischen 1 und 5.30 Uhr dunkel bleiben. Wie die Verwaltung auf der jüngsten Sitzung des Bauausschusses mitteilte, hat die BEW mit der Umstellung der Straßenlaternen von Ganz- auf Halbnachtschaltung begonnen. Die Laternen, die nicht mehr die ganze Nacht leuchten, müssen mit einem rot-weißen Zeichen gekennzeichnet werden.
Auf Vorschlag der Verwaltung sollte die Anbringung der Zeichen durch Schüler erfolgen, die sich damit in den Ferien etwas Geld verdienen sollte. Einen Euro pro Laterne sollten die Jugendlichen für Anbringen an den rund 1000 Laternen erhalten. Doch daraus wurde nichts. Denn die BEW hätte sich auf den Straßenbeleuchtungsvertrag berufen und darauf bestanden, die Kennzeichnung selber durchzuführen. Das daraufhin angeforderte Angebot hatte der Energieversorger erst Mitte August vorgelegt: 5580,73 Euro und damit rund 4500 Euro teurer als der Vorschlag der Verwaltung. Das sorgte bei den Politiker für Verärgerung. Peter Brachmann (SPD): „Die BEW ist Dienstleister, da stelle ich mir das anders vor.“ Zudem hätten Politik und Bürger vor Beginn der Umstellung informiert werden sollen. „Das hat uns auch geärgert“, kritisierte Bürgermeister Michael von Rekowski. Brachmann regte an, das Thema im Aufsichtsrat der BEW anzusprechen.
In einem Hintergrundgespräch mit der BLZ erläuterten von Rekowski und Ralf Hagen die Gründe für die Umstellung. „Die Halbnachtschaltung ist schon lange Thema“, so der Bürgermeister. Angesichts der Haushaltssituation sei das Energiesparen bei der Straßenbeleuchtung aktueller denn je. Rund 27 000 Euro pro Jahr könnten mit der Abschaltung in der Nachtzeit eingespart werden. In den Dörfern sei das schon lange der Fall, jetzt gleiche man die Stadt an. „Natürlich ist das eine Umstellung und wir wissen, dass es auch mit Ängsten verbunden ist“, sagte von Rekowski. Und Hagen betonte: „Es gibt keinen Zusammenhang zwischen Kriminalität und Halbnachtschaltung.“ Nachts auf den Straßen Licht zu haben, sei Luxus und eine freiwillige Leistung, die beim Nothaushalt nicht zulässig sei. Das sei auch mit dem Städte- und Gemeindebund abgeklärt. Haftungsrechtlich gebe es keine Bedenken. Der Stadtkern selber bleibe weiter beleuchtet.
Die Verwaltung sieht weiteres Einsparpotenzial bei der Straßenbeleuchtung, die im Jahr rund 200 000 Euro kostet. So sollen bei den regelmäßigen Wartungsarbeiten an den Laternen, die mit zwei Lampen ausgestattet seien, eine entfernt werden. Damit ließen sich bis zu 15 000 Euro einsparen. Doch die Zukunft gehöre der LED-Technik, die viel höheres Sparpotenzial habe.
Eins müssen Laternenparken, die unter einer markierten Laterne parken, beachten. Sie müssen das Parklicht einschalten, ansonsten kann es ein Knöllchen geben.
