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Streit um Großfamilie

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BONN - Seit Monaten beschäftigt sich das Bonner Familiengericht mit einem ungewöhnlichen Fall: 14 Jungen und Mädchen im Alter zwischen 22 und einem Jahr gehören zur Familie Schmitz, zehn von ihnen leben mit den Eltern Gertrude und Werner noch unter dem Dach des Reihenhauses in Geislar.

„Vanessa ist abgehauen“, erklärte Gertrude Schmitz, als unsere Zeitung sie besuchte. Eigentlich sollte ihre elfjährige Tochter in einem Heim in Königswinter sein, wo sie seit vier Wochen lebt. Abends wurde sie wieder ins Heim gebracht, am Mittwoch entzog das Familiengericht ihr das Sorgerecht für die Tochter. Zwei weitere Söhne der Familie, Kevin (6) und Dennis (8), wohnen bereits seit einem Jahr im Heim. Vor Gericht streiten die Eltern um ihre Sprösslinge. Im April soll über die strittigen Fälle entschieden werden.

„Insgesamt haben wir das Aufenthaltsbestimmungsrecht für zehn Kinder beantragt“, erklärt demgegenüber eine Sprecherin der Stadt Bonn. Über die Gründe möchte man sich öffentlich nicht äußern. Beobachtungen von Nachbarn hatten die Behörden auf den Plan gebracht: Die Kinder würden betteln, hätten ständig Hunger und seien nicht warm genug gekleidet, könnten kaum lesen oder schreiben. Kurz: sie seien verwahrlost. Ein psychologisches Gutachten soll nun klären, ob die Eltern erziehungsfähig sind oder nicht. Auf 124 Quadratmetern leben Gertrude Schmitz und ihr Mann Werner (37) mit ihren Kindern. Die jüngsten drei Kinder, Marvin (3), Dustin (2) und Justin (1) schlafen mit den Eltern in einem Zimmer. Die anderen teilen je zu dritt oder viert ein Schlafzimmer.

Vater Werner arbeitet als Müllwerker, seine Frau Gertrude wird täglich von einer Haushaltshilfe und zwei pädagogischen Fachkräften unterstützt - als erstes Ergebnis der Auseinandersetzungen vor dem Familiengericht. Die Vorwürfe des Jugendamtes, sie sei mit der Erziehung der Kinder überfordert, weist die 39-jährige Mutter zurück. „Die vom Amt haben sich an uns festgebissen.“