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Sure eins und dazu das Vater unser

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BERGNEUSTADT. Rund 40 Gläubige - Christen wie Muslime - waren am Samstag, dem „Tag der Offenen Moschee“, der Einladung nach Bergneustadt gefolgt, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen den beiden Welt Religionen zu diskutieren.

Die beiden Geistlichen Hodscha Yasin Caliskan und Pfarrer Hans Jörg Böcker trugen zunächst zwei zentrale Gebete aus ihrer Religion vor: Die erste Sure im Koran, Fatiha, die jedem muslimischen Gebet vorangeht, sowie das christliche „Vater unser“. Beide Gebete weisen erstaunliche Gemeinsamkeiten auf: So gibt es jeweils einen Teil, der Gott als allmächtigen Herrscher lobpreist und einen Teil, in welchem die Menschen Bitten an ihren Herrn richten.

Dennoch zeigte sich, dass die Gebete von den Gläubigen nicht ohne weiteres übernommen werden können: „Es heißt in der Sure ,Führe uns auf den Weg derer, die nicht irre gegangen sind . Dazu kann ich nicht zählen, denn ich mache Fehler“, meinte ein christlicher Besucher. „Wir verstehen Allah nicht als unseren himmlischen Vater“, gab ein muslimischer Gast der Moschee zu bedenken.

Besonders freute es Pfarrer Böcker, dass auch eine Hinduistin der Einladung gefolgt war. Er meinte: „Wir alle suchen doch auf unterschiedliche Weise den Weg zu Gott.“ Böcker verwies auf die unterschiedlichen Überlieferungen in der Bibel und die Notwendigkeit, das Wort Gottes in der menschlichen Überlieferung stets im historischen Kontext zu verstehen.

Hodscha Caliskan lud die Gäste nach der angeregten Diskussion über Gemeinsamkeiten und Unterschiede in Islam und Christentum dazu ein, sich einen Film über den Islam anzuschauen. Zur Einführung erläuterte er, dass der Koran nach muslimischer Überlieferung dem Propheten Mohammed über eine Zeitraum von 20 Jahren in Mekka und Medina offenbart wurde.

Im Anschluss an den Tag der Offenen Moschee konnten die Gäste bei einem kleinen Imbiss alle Fragen stellen, die ihnen noch unter den Nägeln brannten. (mm)