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Susanne Anna verlässt Köln

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DÜSSELDORF / KÖLN. Am 15. Juni 2004 wäre ihr Kölner Fünfjahresvertrag als Direktorin des Museums für Angewandte Kunst (MAK) abgelaufen, doch bis dahin wollte Susanne Anna (40) nicht warten: In diesem Herbst soll sie die Leitung des Düsseldorfer Stadtmuseums übernehmen. Der Kulturausschuss hat zugestimmt, der Personalausschuss wird dies wahrscheinlich heute ebenfalls tun.

Susanne Anna lehnte gestern gegenüber dieser Zeitung jede Stellungnahme zu ihrem Wechsel ab. Kölns Kulturdezernentin Marie Hüllenkremer sagte zwar: „Ich habe Susanne Anna nach Köln geholt, und so tut mir ihr Schritt leid.“ Zugleich erklärte Hüllenkremer, dass man Anna „keine Steine in den Weg legen“ wolle. „Der Posten wird natürlich neu besetzt, ich habe auch schon jemandem im Auge.“ Allerdings müsse sie mit der betreffenden Person noch sprechen.

Bei ihrem Kölner Amtsantritt galt die 1962 in Ratingen geborene Kunsthistorikerin als Überfliegerin. Seit 1992 war sie als jüngste Museumsdirektorin Deutschlands für die Städtischen Kunstsammlungen Chemnitz verantwortlich und wechselte im Oktober 1995 ans Städtische Museum Morsbroich in Leverkusen. Dort gelang es ihr auch, junge Sammler ans Haus zu binden. Für den Chefposten am Kölner MAK („mein absolutes Wunschmuseum“) hatte sie sich unter 45 Mitbewerbern durchgesetzt. In Köln sollte sie unter anderem auch als Geldbeschafferin arbeiten, doch schon nach relativ kurzer Amtszeit der neuen Hausherrin rumorte es hinter den Kulissen des Traditionshauses. Offenbar war die einflussreiche Overstolzengesellschaft unzufrieden mit Annas Führungsstil. Henrik Hanstein, Vorstandsmitglied des Fördervereins, sagte gestern nur: „Die Overstolzengesellschaft gibt keinen Kommentar ab.“ Auch im Haus selbst verfügte die Direktorin anscheinend über keinerlei Rückhalt mehr. In der Kölner Kunstszene war deshalb immer wieder über eine Ablösung von Anna spekuliert worden, die auf keinen Fall davon ausgehen konnte, dass ihr Kölner Vertrag verlängert worden wäre.

Den Düsseldorfer Kulturdezernenten Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff irritiert dieses Kulissengeflüster indessen nicht: „Wenn man jemanden nimmt, der unumstritten ist, hat man schon den Falschen“, erklärte er gestern. Das Stadtmuseum, das auch Ausstellungen bildender Kunst zeigt - wie aktuell Otto Pankok - , verfügt über eine breite Sammlung zwischen Mode, Textil, Schiffahrt und Grafik. Das Haus, wo Anna Nachfolgerin von Wieland Koenig werden soll, „kann durchaus ein jüngeres Publikum gebrauchen“, umriss Grosse-Brockhoff gleich seine Erwartungen an die neue Leiterin. Anna war von einer Findungskommission aus insgesamt 90 Bewerbern ausgewählt worden und hatte in nichtöffentlicher Sitzung den Kulturausschuss überzeugt.