Eitorf – Mit so einem Blick auf Wiesen, Felder und das Siebengebirge aufzuwachen, muss fantastisch sein. Dieses Panorama können Gerhard Berthold und Frank Hülster täglich genießen. Denn das Einfamilienhaus, eingebettet in ein Baumschulgelände in Eitorf, gehört ihnen.
Nach einer Planungszeit von zwei Jahren und einer Bauzeit von rund einem Jahr, zog das Paar 2007 dort ein. Beim Tag der Architektur, zu dem Architekten mit ihren Bauherren eingeladen hatten, konnte das 36 Meter lange und 5,60 Meter breite Wohnhaus am Wochenende besichtigt werden. Es gehörte zu den 539 Bauwerken in 185 Städten und Gemeinden in Nordrhein-Westfalen, die für zwei Tage Besuchern ihre Türen öffneten. Architekt und Bauherr des außergewöhnlichen Hauses in Eitorf ist Gerhard Berthold. Inspirieren ließ er sich bei der Konzeptentwicklung von den langen Gewächshäusern der Baumschule nebenan, die Frank Hülster gehört. 150 Quadratmeter Wohnfläche befinden sich auf einer Etage. Bodentiefe Fenster und Türen geben den Blick frei auf die Landschaft. Hinzu kommt eine 40 Quadratmeter große Einliegerwohnung. „Zurzeit ist dort mein Büro untergebracht. Es dient aber auch als Gästezimmer. Gedacht ist es allerdings für unsere Eltern als Alterssitz“, erläuterte Gerhard Berthold, der als Innenarchitekt bei einer Firma in Bad Honnef arbeitet und vor dem Studium eine Ausbildung zum Schreiner absolviert hat. Zuständig für die Energieversorgung des gesamten Gebäudes ist eine Sole / Wasser-Wärmepumpe und eine Be- und Entlüftungsanlage. Als Sichtschutz im Garten dienen eine Eibenhecke und 25 Jahre alte Magnolienbäume. Wege und Zufahrten sind mit heimischen Grauwacker gepflastert. „Wichtig waren uns Individualität, Modernität, Funktonalität, hochwertige Materialien, die einen Alterungsprozess durchlaufen und auch noch in 20 Jahren gut aussehen, sowie eine gute handwerklich Verarbeitung. Beim Bauen haben wir nur heimische Materialien verwendet, die Aufträge gingen an ortansässige Firmen. In unserem Haus sind keine Tropenhölzer zu finden“, betonte Berthold und verriet, dass er die meisten Möbel, einschließlich der Türen, selbst hergestellt hat. Bertholds Affinität zu skandinavischen Möbeln ist unverkennbar. Sofa, Sessel, Tische, Regale, Anrichte und die sanitären Anlagen sind schlicht und schnörkellos. Vorherrschende Farben sind Schwarz, Weiß und Eiche. „Wir haben uns für diese Farben entschieden, um den Kontrast zur Landschaft zu unterstreichen“, erläuterte Berthold. Auf die Frage, warum er sein Haus der Öffentlichkeit zugänglich gemacht habe, antwortete er: „Meine Intention ist es, gute Architektur an Bauherren weiterzugeben.“ Das Ziel schien angesichts der vielen Besucher erreicht.