Bewegung ist mein Beruf! Und damit meint der 46-jährige Klaus Brück nicht einfach nur durch die Gegend zu wuseln. Bewegung ist bei dem drahtigen Mann Kunst. Sein tänzerisches Können gibt Brück jetzt in der Firmenicher Zikkurat weiter.
Klaus Brück wirbelt übers Parkett im Balettstudio der Sportwelt Schäfer in der Firmenicher Zikkurat. Er tanzt den Elevinnen die Übungen vor, dreht Pirouetten - wirkt wie ein junger Hüpfer, seine 46 Lenze sind ihm nicht anzumerken.
Auch Episoden aus seiner Familiengeschichte werden schnell zu einer Demonstration tänzerischer Kunst. Beispielsweise berichtet Klaus Brück, der heute mit Ehefrau Mandy , einer Grundschullehrerin, und der sieben Monate alten Tochte Marie in Kuchenheim lebt, dass seine Tante Ruth Fellows , geborene Bell, nur deswegen am Broadway aufgenommen worden sei, weil sie als einzige in der Lage gewesen sei, 32 Fouettés auf einem Fadenkreuz hintereinander zu drehen. Dem tanz-unkundigen Zuhörer zeigt er, was es überhaupt mit diesen Fouettés auf sich hat. Er tanzt die blitzartigen Drehungen um die Körperlängsachse. Eine Drehung auf dem Punkt. Und das ganze 32 Mal? Da wird einem ja schwindelig vom Zuschauen!
Eben der Tante Ruth, die die Broadway-Macher mit jenen 32 Fouettés beeindruckte und mit US-Schauspieler Paul Newman befreundet war, hat Klaus Brück es zu verdanken, dass er Balletttänzer wurde und heute als Tanzlehrer und Gesundheitstrainer arbeitet. Ursprünglich war Brück nämlich Eiskunstläufer, sorgte in den 70er Jahren als ältestes der drei damals in Köln bekannten Geschwister Brück im Kölner Eis-Klub (KEK) für Furore.
Seit seinem achten Lebensjahr betreibt er Leistungssport, trainiert hart und holte - gemeinsam mit seinen beiden Geschwistern - manch einen Eiskunstlauf-Titel an den Rhein. Klaus Brück wurde Junioren-Landesmeister, sein Bruder Oliver heimste den Titel des Deutschen Jugendmeisters ein. Bei der Show Holiday on Ice wurde Brücks Schwester Angela als erste Solistin ausgewählt. Mit Norbert Schramm tanzte sie die Golddivision.
Nach neun Jahren hartem Eiskunstlauf-Training sorgte Tante Ruth für den entscheidenden Einschnitt im Leben des damals 17-jährigen Klaus. Du solltest tanzen, sagte die Tante. Das harte Training, das natürlich auch vor dem Beginn der Karriere als Tänzer stand, konnte Brück nicht schocken. Schließlich war er von Kindesbeinen an sportlich aktiv - und das nicht nur zum Spaß.
Er studierte an der Akadamie für Bühnentanz der Musikhochschule in Köln, in New York und den Tanzstudios der Covent Gardens in London. Engagements erhielt Brück später am Theater des Westens in Berlin und am Staatstheater Oldenburg. Er war Trainingsleiter der Compagnie für Jazzdance im Theater Oberhausen. Im Bundesleistungszentrum Obersdorf wurde Brück Choreograph der Deutschen Eislauf Union. Inzwischen ist der Wahl-Kuchenheimer auch zum KEK, seiner sportlichen Heimat zurückgekehrt und arbeitet dort als Choreograph. Auch unterrichtet er als Dozent für Modern-Jazz-Dance an der Rheinischen Musikschule.
Mit Brück einen prominenten Tanz- und Gesundheitslehrer an Land gezogen zu haben, darüber freut sich Franz-Peter Schäfer , der Betreiber der Sportwelten Schäfer in Bad Münstereifel und Firmenich, natürlich besonders. Auch ist der Trainer an einer Ausweitung seines seit 2005 in der Eifel bestehenden Engagements interessiert, da seine Ballett- und Jazz-Dance-Klassen sich großen Zulaufs erfreuen. Gleiches gilt für die Pilates-Kurse, ein ganzheitliches therapeutisches Rückentraining. Auf dieses auch im Ballett eingesetzte Regenerationstraining für die Wirbelsäule schwört Brück: Es tut mir selbst gut und ich weiß, dass es fast allen gut tut, die Probleme mit dem Rücken haben. Im Tanmed-Institut von Dr. Monika Löffelholz und Alexander Bohlander , dem Europaausbilder für Pilates, erhielt Brück die Anerkennung als Trainer der PMA (Pilates Method Alliance). Diese Methode bietet er zurzeit in Köln und Firmenich an, bald auch in Bad Münstereifel.