BRÜHL – „Es macht Spaß, weil wir uns viel bewegen. Davon kriege ich immer gute Laune“, erzählt die achtjährige Saira ihre Eindrücke von einem auf den ersten Blick ungewöhnlichen Unterricht, der zurzeit an der Grundschule Vochem läuft. 30 Kinder aus den dritten und vierten Klassen nehmen 13 Wochen lang an einem Tanzprojekt teil, das von zwei Tanzpädagoginnen geleitet wird und dessen Grundlage das Bilderbuch „Werkstatt der Schmetterlinge“ ist. Das vom Land Nordrhein-Westfalen finanzierte Projekt verfolgt dabei gleich mehrere Ziele: „Die Kinder sollen an den Bereich Tanz herangeführt und parallel ihre Körperbeherrschung und Bewegungskoordination verbessert werden. Nebenbei lernen sie auch noch, mit anderen Kindern zusammenzuarbeiten“, berichtet Lehrerin Dagmar Koch.
Seit Mitte September läuft das Tanzprojekt an der Vochemer Grundschule. „Schulen können sich beim Landesbüro Tanz in Köln bewerben und werden dann ausgewählt“, erzählt Tanzpädagogin Uta Sander, die mit ihrer Kollegin Sarah Schuhmacher in Vochem im Einsatz ist. „Zu Beginn des Projekts gibt es immer einige Anfangsschwierigkeiten, weil Kinder diese Form der Bewegung meist noch nicht kennengelernt haben und es für sie auch eine körperliche Herausforderung ist“, berichtet Schuhmacher.
Kinder schlüpfen in Rollen von Insekten
Vor allem die Jungen seien zu Beginn sehr skeptisch, weil sie der Meinung seien, Tanzen wäre nichts für sie. Zuerst legen Sander und Schuhmacher fest, wer in einer Gruppe oder alleine auftritt. „Wenn die Kinder dann ihre Rollen gefunden haben und sich sicherer fühlen, freuen sie sich auf die Stunden“, weiß Sander. In dem Stück soll der Erfinder „Rudolfo“ einen Schmetterling erschaffen, wofür er eine Blume und ein Insekt verschmelzt, was er aber eigentlich nicht darf. Die Kinder nehmen die Rollen von Ameisen und Schmetterlingen ein. Maik (9) ist ganz begeistert davon, eine tote Ameise darzustellen: „Da muss ich meine Arme und Beine eine Minute lang in die Höhe strecken. Das finde ich sehr witzig.“ Lukas (9) ist stolz, dass er die Hauptrolle des Rudolfo übernehmen darf: „Ich finde es cool, mit anderen zusammenzuarbeiten.“
In die Rolle einer Spinne schlüpft Marlon (9), während Ruben (9) sich von einem kleinen in einen großen Schmetterling verwandelt. „Der Ameisentanz macht viel Spaß“, sind sich Juliane (8) und Jenny (10) einig. Mit großem Eifer ist auch Lara dabei (11): „Ich finde es schade, wenn einige Kinder laut sind oder Blödsinn machen.“ Die Mehrzahl der Kinder freut sich auf die Proben, es gibt aber immer noch welche, die Tanzen „blöd“ finden. Doch in einem sind sich alle einig: „Wir freuen uns auf die Aufführung des Stücks.“ Am 20. Dezember um 17 Uhr wird der Vorhang in der Schule aufgehen.
Koordiniert wird das Projekt von Lehrerin Veronika Bartsch-Wiese, die auch mit den Kindern die Kostüme, Kulissen und Requisiten herstellt. „Wir basteln im Kunstunterricht Ameisen, Grillen und Schmetterlinge aus Draht. Die Kinder sind davon total begeistert“, erklärt die Lehrerin.
