BENSBERG. Ein Strafrichter hat einen 26-jährigen Düsseldorfer zu einer sechsmonatigen Psychotherapie verpflichtet. Sollte der junge Mann die Auflage erfüllen, wird im Gegenzug das Betrugsverfahren gegen ihn eingestellt. Vom 7. bis 12. Mai 2007 hatte sich der junge Düsseldorfer als angeblicher Diplom-Chemiker im Schlosshotel Bensberg richtig verwöhnen lassen. So gingen allein für ein Abendessen 1200 Euro drauf. Am Ende aber blieb das Hotel auf der Rechnung von 22 000 Euro sitzen.
Der Diplom-Chemiker war völlig blank. Sein Mandant habe immerhin mal ein Chemie-Studium begonnen, erklärte der Verteidiger. Das Studium habe sein Mandant aber abgebrochen. In Düsseldorf war der Call-Center-Jobber wenige Tage zuvor zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden.
Dort hatte er 23 Notebooks gekauft und nicht bezahlt. Der Schaden dort betrug 60 000 Euro. Sein Mandant sei durch die monatelange Untersuchungshaft geläutert, beteuerte der Verteidiger. Und immerhin seien die Einkäufe in der Hotel-Boutique für rund 13 000 Euro zurückgegeben worden. Wegen falscher Freunde habe der 26-Jährige den großen Macker spielen wollen, das sei nun vorbei.
Auf das Gericht wirkte der große Macker auffällig unselbständig. Auch könne nicht ausgeschlossen werden, dass eine Kaufsucht vorliege, befand der Richter.