Krekel – „Liebe ist...“ – manchmal ein bisschen außergewöhnlich. Das gilt zurzeit für ein tierisches „Liebespaar“ aus Krekel. Jagdhündin „Lotte“ hat sich in Schweinchen „Hilde“ verknallt. Wie es dazu kam, weiß der Förster Christian Schweineberg.
Er fand am Aschermittwoch das kleine Wildschweinchen bei einem Revierrundgang. Alleingelassen, ohne Mutter, abgemagert und an der Pfote verletzt nahm der Förster den Frischling mit ins Forsthaus, um „Hilde“ mit der Flasche aufzuziehen. Jagdhündin „Lotte“ entwickelte Muttergefühle, beschützte die Kleine und bot dem Neuankömmling sogar Milch an. Inzwischen teilen die beiden sich das Hundekissen so selbstverständlich, als sei „Hilde“ Lottes Tochter. Förster Schweineberg: „Lotte passt sogar auf Hilde auf.“
Findelkind „Hilde“ ist inzwischen eine Wilde. Sie tobt im Garten, entdeckt die Natur, wühlt nach Würmern, tollt, buddelt, macht Quatsch, rauft, grunzt. Besonders laut, wenn Ziehvater Schweineberg mit der warmen Milch kommt. „Morgens höre ich schon lautes Grunzen von Hilde. Dann weiß ich, dass sie hungrig ist.“
Neben Würmern und Milch stehen Hundefutter, Brot und Haferflocken auf dem Speiseplan. Untergebracht ist „Hilde“ in einem kleinen Stall mit einer Wärmelampe direkt hinter dem Forsthaus. Ansonsten teilt sich das Schweinchen den Alltag mit den Schweinebergs. Hund „Lotte“ und Frischling „Hilde“ liegen auf dem Sofa und strecken zusammen mit Christian Schweineberg nach einem harten Arbeitstag oder einem langen Spaziergang die Füße und die Pfoten aus. Die „wilde Hilde“ teilt sich mit der sechsjährigen Münsterländer-Hündin sogar die Hundetransportbox im Auto, wenn der Förster Außentermine hat.
Auf keinen Fall als Braten enden
Die Entwicklung wundert Schweineberg nicht: „Eigentlich sind Wildschweine Familientiere und leben im Rudel. Jetzt sind wir ihre Familie und das genießt sie in vollen Zügen.“ Wenn Schweineberg „Hilde“ mal alleine lassen müsse, dann mache sie sofort Alarm.
„Es ist einfach ein schönes Gefühl, wenn man so ein Tier aufziehen kann.“ Seit neun Wochen lebt „Hilde“ jetzt bei den Schweinebergs. Seitdem päppeln sie das Wildschweinchen auf.
Wenn der „Struwwelpeter“ ausgewachsen ist, wird er über 100 Kilo wiegen. Darauf ist Schweineberg eingestellt: „Wir bereiten derzeit ein Außengehege vor.“
Ein Schweinchen namens „Hilde“, ein Ziehvater namens Schweineberg, Jagdhündin „Lotte“ und ein Forsthaus in der Eifel – was nach einem Auftakt einer romantischen Fernsehserie klingt, war für das Fernsehmagazin „stern TV“ Grund genug, das ungewöhnliche Trio vorzustellen. Somit ist „Hilde“auch schon ein kleiner Fernsehstar – auch das Herz von Moderator Stefan Hallaschka hatte das Wildschwein-Baby im Sturm erobert.
Förster Schweineberg („Ich sollte langsam Autogrammkarten drucken“) verspricht ein Happy End für das kleine Energiebündel: „Sie können sicher sein, dass ,Hilde’ nicht als Braten auf dem Teller landet. Sie ist mir schon ordentlich ans Herz gewachsen. Ein Weihnachtsbraten oder ein Grillschnitzel wird das auf keinen Fall.“
„Hilde“ mache schon alles das, was auch „Lotte“ mache. „Die fängt sogar schon an zu bellen“, erzählt Schweineberg und lacht. „Hilde“ ist’s egal. Sie hat schon wieder Unsinn im Kopf. Eben doch ein echtes Wildschwein ...
