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TonabbauBürger leben in Mondlandschaften

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Tonabbau bei Lessenich: Die Bürger fordern konsequentere Rekultivierung und drängen darauf, dass die Auswirkungen in erträglichem Rahmen gehalten werden. (Bild: Zimmermann)

LESSENICH – Die Tongrube am Lessenicher Ortsrand wächst in Richtung Antweiler: Und die Bürger machen mobil. Nicht gegen die Tongruben, die den Ort umzingeln, sondern dagegen, dass die Rekultivierung der Tongruben nach ihrer Einschätzung auf sich warten lässt. "Die Straßen sind verschmutzt und verschmiert, im Sommer staubt es ganz gewaltig. Rund um das Dorf gibt es nur Mondlandschaften", lauten, kurzgefasst, die Klagen der Bürger.

Die Bürger sind nicht gegen den Tonabbau, stellt Markus Meisen klar. Der Lessenicher als einer der Sprecher der Initiative FürLessenich betont: "Wir wollen den Tonabbau nicht verhindern. Wir wollen nur die Auswirkungen in erträglichem Rahmen halten."

"Auswirkungen" gibt es genug: Da sind "löchrige Zäune" (so eine Lessenicherin), mit denen die tiefen Gruben gegen unbefugtes Betreten gesichert sein sollten. Da drohe Gefahr für die Kinder aus Lessenich. Zum anderen stört es die Lessenicher, dass rund um den Ort Ton abgebaut wird und die Landschaft wie ein Schweizer Käse anmutet, sagt Uwe Pagenhardt, ein weiterer Lessenicher Bürger.

Und Landwirt Lorenz Wey moniert Versäumnisse aus vergangener Zeit: "Man hätte längst mit dem Abraum neuer Gruben alte Löcher verfüllen können", sagt er.

Eine junge Frau aus dem Dorf bringt es auf den Punkt: "Wir wollen einen Teil der ausgebeuteten Landschaft rekultiviert zurückhaben." Damit fasst sie zusammen, was ein Großteil der Lessenicher Bürger will: Die Gruben sollen schnellstmöglich verfüllt und rekultiviert werden.

Dass es über den Begriff "Rekultivierung" allerdings höchst unterschiedliche Vorstellungen gibt, machte ein zufälliges Aufeinander-Treffen von Bürgern und Mitarbeitern eines der beiden am Ort tätigen Abbauunternehmen deutlich. Holger Stahlhofen, Grubenbeauftragter der Firma Lasko, erklärte, man verfülle die Flächen und überlasse es dann den Landwirten, den von ihnen benötigten Zustand herzustellen. Mehr verlange der behördliche Rekultivierungsplan nicht. Steine müsse der Landwirt halt selbst aus dem Acker sammeln.

Stahlhofen und Jürgen Donnerstag, der für das Unternehmen Planungsaufgaben wahrnimmt, zeigten sich verwundert über die Beschwerden der Bürger: "Wir haben einen genehmigten Rahmenbetriebsplan. Wir gehen nicht weiter in Richtung Lessenich. Daran halten wir uns." Im Übrigen sei das Unternehmen stets gesprächsbereit. Stahlhofen empfahl den Bürgern: "Rufen Sie uns doch einfach an, wenn Sie ein Problem mit uns haben. Das ist uns lieber, als ein Nachbarschaftsstreit."