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Träumen unter Napoleons Baldachin

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LOHMAR. Wer sein Haus renoviert, zumal wenn es ein Schlosshotel ist, muss an vieles denken und vergisst dabei leicht das eine oder andere. So ging es auch Tatjana Oetker, Herrin auf Schloss Auel. Sie hatte schlichtweg vergessen, dass bei der Sanierung eines Barockschlosses auch die Denkmalschützer ein Wörtchen mitzureden haben. Umso überraschter sei er gewesen, als er erfuhr, dass die Denkmalbehörde vom Ergebnis „hellauf begeistert“ war, lobte Bürgermeister Wolfgang Röger bei der offiziellen Wiedereröffnung des Schlosshotels im Aggertal. Charme und Charakter des Hauses habe Tatjana Oetker mit viel Liebe zum Detail beibehalten.

In das Lob stimmte die Gourmetzeitschrift „A la Carte“ ein, die das Schloss mit seiner bezaubernden Barockkapelle „Tatort für Traumhochzeiten“ nennt. Und dem Lob dürften nicht zuletzt auch die rund 350 geladenen Gäste, darunter - ganz privat - NRW-Innenminister Dr. Ingo Wolf mit Ehefrau Bärbel, zweifelsfrei zugestimmt haben: Ausgestattet mit wertvollen antiken Möbelstücken und edlen Stoffen vermitteln die 21 Hotelzimmer ein wenig vom Flair jener Zeit, als Personen der Weltgeschichte, allen voran Zar Alexander I., dort nächtigten. Und unter jenem Baldachin, unter dem Napoleon einst seine müden Glieder ausstreckte, können die Hotelgäste auch heute noch von alten Zeiten träumen. Zugleich hat unscheinbar die moderne Technik Einzug gehalten: Mit TV, Flachbildschirm und Internetzugang sind alle Gästezimmer ausgestattet, während da, wo früher die Rezeption angesiedelt war, die Besucher in einer romantisch wie gemütlich eingerichteten Bibliothek in ebenfalls antiquarischen Büchern schmökern und sich als Schlossherr wähnen können.

Für Tatjana Oetker und ihre Architekten und Handwerker, war die Restaurierung, zumal in Rekordzeit von drei Monaten, eine Herausforderung Das komplette Mobiliar, erzählte sie, wurde ausgeräumt und in insgesamt 300 beheizten Schiffscontainern auf dem Reitplatz zwischengelagert. Freilich war ihr die Modernisierung ihres Elternhauses, seit 1951 Hotel, ein Herzensanliegen: „Hier sind meine Wurzeln, im Aggertal ist meine Heimat“, bekannte die Nachfahrin der Freiherren von la Valette St. George, und auch, dass sie das Schloss sowohl als Denkmal wie auch als „Begegnungsstätte“ für die kommende Generation erhalten, „fit für die Zukunft“ machen wolle, wohlwissend: „Wer hier ein Wochenende verbringt, wird verzaubert.“

So wie am Tag der Wiedereröffnung die Gäste von nah und fern, die am Eingang von Oldtimern der Nobelmarken Jaguar, Ferrari und Rolls Royce empfangen wurden und zu jazzigen Klängen über knarrende Dielen durch das historische Gemäuer streiften. Und dabei Kostproben dessen genießen konnten, was die Hotelküche zu bieten vermag.