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Trauerfeier für Grenzschützer

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BONN. Rund 500 Menschen, darunter etwa 300 Angehörige von Spezialeinheiten, haben gestern bei einer Trauerfeier im ehemaligen provisorischen Plenarsaal des Bundestages im Bonner Wasserwerk Abschied von den im Irak getöteten GSG 9-Beamten Thomas Hafenecker (38) und Tobias Retterath (27) genommen. In Ansprachen würdigten Bundesinnenminister Otto Schily, Außenamtsstaatssekretär Jürgen Chrobog und GSG 9-Kommandeur Friedrich Eichele die am 7. April bei Falludscha in einen Hinterhalt geratenen Beamten. Die beiden Männer, die in Bonn beziehungsweise in dem Eifelort Herresbach (Kreis Mayen-Koblenz) gelebt hatten, seien vorbildliche Polizeibeamte gewesen, die das mit dem Irak-Einsatz verbundene Risiko gekannt und sich diesem freiwillig ausgesetzt hätten.

Unter den Trauergästen befand sich neben Familienangehörigen und Kollegen zahlreichen Delegationen in- und ausländischer Spezialeinheiten sowie die Bonner Oberbürgermeisterin Bärbel Dieckmann und mehr als ein Dutzend Bundestagsabgeordneter - Mitglieder des Innen- und des Auswärtigen Ausschusses. Von Schily per Handschlag begrüßt wurde Ex-Innenminister Hans-Dietrich Genscher, der politische „Gründervater“ der heute 220 Mann starken und in Hangelar stationierten Grenzschutzgruppe 9, die nach den Terroranschlag auf die Olympischen Spiele 1972 in München gegründet worden war.

Musikalisch umrahmt wurde die Trauerfeier, die unter starken Sicherheitsvorkehrungen stattfand, vom EuropaChor und vom Septett des Bundesgrenzschutz-Orchesters Hannover. Sie endete mit der deutschen Nationalhymne.

Polizeihauptmeister Thomas Hafenecker aus Bonn gehörte der GSG 9 seit Oktober 1999 an. Er hinterlässt Frau und zwei Töchter im Alter von 10 und 13 Jahren. Obwohl sein Leichnam bisher noch nicht geborgen werden konnte, wurde er für tot erklärt. Sein Kollege Tobias Retterath, der seine Lebensgefährtin hinterlässt, kam am 1. September 2000 zur GSG 9; er war am 11. Mai beigesetzt worden. (sb)