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Traumjob inmitten von sattem Grün

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Er ist noch keine dreißig, kann sich aber bereits ins knautschende Leder seines Chefsessels zurücklehnen, von seinem gewaltigen Schreibtisch aus den Blick über das weite Grün wandern lassen und sagen: „Das ist der absolute Traumjob!“ Guido Risters ist mit 28 Jahren Deutschlands jüngster Golfclub-Manager. Sein Reich ist der Golfplatz „Am Alten Fliess“ in Bergheim-Fliesteden. Zu Spitzenzeiten tummeln sich hier täglich 500 Golfer, fahren in Elektro-Autos über den Platz, spazieren mit ihren Caddys über die langen Wege oder holen aus, um mit gekonntem Schwung den Ball weit wegzuschlagen. Mittendrin thront das Clubhaus, Risters Residenz.

Doch diese privilegierte Position musste der Kölner erst einmal erklimmen. Eigentlich war alles ganz anders geplant. Nach einer Ausbildung zum Installateur sollte er ursprünglich in den Handwerksbetrieb seines Vaters einsteigen. Doch Risters hatte keine Lust und hängte noch eine kaufmännische Lehre dran. Als ob zwei Ausbildungen nicht reichten, entschied sich der gebürtige Mönchengladbacher auch noch für ein Studium der Betriebswirtschaftslehre an einer privaten Hochschule in Köln. Als der Student einen Job suchte, gab ihm eine Mitbewohnerin den entscheidenden Tipp: Vor drei Jahren wurde Risters Caddymaster im Golfclub „Am Alten Fliess“.

Caddymaster klingt gut, bedeutet aber mehr oder minder, Hausmeister der Anlage zu sein: sich um die Elektrowagen kümmern, Caddys putzen, Mädchen für alles sein. Einmal hat er den Schläger von James Last sauber gemacht, und prompt sein erstes Trinkgeld erhalten. Irgendwann sagte sein Chef: „Schlag mal ein paar Bälle!“ Risters strahlt: „Da hatte ich den Virus. Ich habe einfach nicht verstanden, warum der Ball mal fliegt und mal nicht.“ Früher hatte er wie viele das Vorurteil, Golf sei super einfach.

Einfach war für den damals 26-Jährigen allerdings das Erklimmen der Karriereleiter. Als Caddymaster hatte er praktisch eine weitere Ausbildung absolviert und den Golfplatz von der Pike auf kennen gelernt. 2003 gab es ein langes Hin und Her um den Managerposten, währenddessen half Risters auch im Büro aus. Um Ostern herum kam die Präsidentin des Clubs auf ihn zu und fragte, ob er nicht den Posten des Managers übernehmen wolle. Nach anfänglichem Zögern willigte der Betriebswirt ein und brachte gleich noch ein neues Konzept mit. Risters setzt auf mehr Qualität, eine professionelle Golfschule, gehobene Gastronomie und Events wie Brunchpartys oder Halloween-Turniere, um auch ein jüngeres Publikum für den Sport zu begeistern und an den Club zu binden.

Der Golfclub „Am Alten Fliess“ bildet zum Sport- und Fitnesskaufmann sowie zum Garten- und Landmechaniker aus und nimmt außerdem Praktikanten auf, zum Beispiel aus dem Umfeld der Sporthochschule. „Für den Job muss man in den Golfplatz verliebt sein!“, grinst Risters.

www.golfplatz-koeln.de