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„Trendsport“ WürgenGefährliche Freizeitbeschäftigung

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Gefährlich: Würgespiele liegen bei Jugendlichen im Trend. (Symbolbild: dpa)

Das Phänomen ist nicht neu, aber leider wieder sehr aktuell: Luft anhalten bis zur Ohnmacht, hyperventilieren bis zum Umkippen oder sich selbst und anderen den Hals zudrücken ist ein unter Schülern angesagtes „Spiel“, um Grenzen auszutesten - mit verheerenden Folgen. Im Dezember starb ein 14-jähriger Gymnasiast aus dem Havelland, als er sich selbst zur Bewusstlosigkeit strangulierte. Die Anleitung zu dem Würgespiel hatte er sich zuvor aus dem Internet heruntergeladen.

Besonders in Frankreich und in den USA sind die Würgespiele ein äußerst beliebtes Mittel, in eine Art drogenfreien Rauschzustand zu gelangen. Durch das lange Luftanhalten oder das Zudrücken der Halsschlagadern sinkt der Sauerstoffgehalt im Gehirn, das Bewusstsein schwindet, und die Jugendlichen fühlen sich im Rausch. Jüngere Kinder versuchen auf diese Art und Weise zunächst „nur“ Schwindel zu erregen und gehen dann von Mal zu Mal weiter. Oft filmen sich die Kinder gegenseitig bei ihren Versuchen und verbreiten die Filmchen via Internet und Handy.

Schwere Folgeschäden möglich

Wird die Blutzufuhr zum Gehirn aber über einen bestimmten Zeitraum unterbrochen, sind schwere Hirnschäden die Folge, weil Hirnzellen unwiderruflich absterben. Auch Schlaganfälle und Infarkte können so ausgelöst werden. Andere Folgen können Knochenbrüche oder Schnittverletzungen sein, die Betroffene sich in der Ohnmacht zuziehen.

In Frankreich sind allein im vergangenen Jahr 13 Kinder an den Folgen des gefährlichen Spiels gestorben, und auch hierzulande gehen Experten von einer hohen Dunkelziffer aus, weil Todesfälle durch Strangulation oft als Suizid in die Statistik eingehen.

Eltern sollen achtsam sein

Den meisten Jugendlichen sind die Gefahren dieser vermeintlichen Mutprobe überhaupt nicht bewusst. Ihnen geht es um den Kick und um das Austesten körperlicher Grenzen - gerne auch vor Publikum, denn besonders von Pubertierenden werden Würgespiele oft in der Gruppe gespielt, häufig sogar täglich in der Schule oder zuhause im Kinderzimmer. Hegen die Eltern den Verdacht, dass ihre Kinder sich an den lebensgefährlichen Spielen beteiligen, sollte man ihnen in Gesprächen die Gefahren bewusst machen und das Geschehen keinesfalls herunterspielen, sagen Experten. Außerdem sollte man Kontakt mit der Schule aufnehmen.

Ärzte in Deutschland rufen Eltern auf, auf Warnzeichen zu achten. Dazu zählen „Strangulationsmale oder rote Flecken am Hals, häufige Kopf- oder Ohrenschmerzen, Konzentrationsschwäche oder eine auffällige Vorliebe für Bänder, Seile oder Tücher“, so der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland. Auch stark gerötete Augen können ein Hinweis sein.