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Trotz Armut große Gastfreundschaft

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Bevor der Roderather Stefan Dederichs seine aus Rumänien stammende Frau kennen lernte, hatte er mit humanitären Angelegenheiten wenig am Hut. Das sollte sich ändern, als er in der Heimat seiner Frau die bittere Armut mit seinen eigenen Augen sah.

Nicht zuletzt tiefe Dankbarkeit dafür, dass es ihnen gut geht, motivierte Stefan Dederichs aus Nettersheim-Roderath und seine aus Rumänien stammende Ehefrau Camelia sowie seinen Vater Winfried Dederichs, die Hilfsorganisation „Rumänien Sunshine“ zu gründen.

Noch vor ein paar Jahren wusste Stefan Dederichs so gut wie nichts über Rumänien. Aber das sollte sich ändern, als er seine Ehefrau kennen lernte, als sie zum Verwandtenbesuch in Köln war. Bei beiden war es „Liebe auf den ersten Blick“. Nach Rückkehr in ihr Heimatland folgten zahlreiche Telefonate, eines davon enthielt den Heiratsantrag. Bald darauf besuchte Dederichs seine Braut in Rumänien - sie arbeitete als Ingenieurin in Bukarest - und holte sie nach Deutschland. Nach nur drei Monaten wurde geheiratet.

Als Manager eines großen Software-Unternehmens in Bergisch Gladbach hatte sich der Roderather bisher nicht sonderlich um humanitäre Angelegenheiten gekümmert, wie er selbst zugibt. Nachdem er aber im Heimatland seiner Frau mit ansehen musste, unter welchen Bedingungen speziell die Landbevölkerung ihr Dasein fristet, änderte sich seine Einstellung. Seine Frau trug dazu bei, denn sie - tief gläubig - ist dem Schicksal dankbar, dass sie ein Leben in Glück und Wohlstand führen darf. Sie erwartet ihr zweites Kind. „Es wird ein Mädchen“, strahlt sie.

Ihre Eltern leben in Rumänien auf dem Land, ebenfalls in ärmlichsten Verhältnissen. Doch sie ermöglichten ihrer einzigen Tochter unter großen Opfern nicht nur eine gute Schulbildung, sondern auch noch ein Studium. Dafür sei sie ihnen zutiefst dankbar. Durch die Besuche bei den Schwiegereltern in Rumänien lernte Stefan Dederichs die Nöte und Sorgen der dort lebenden Menschen kennen.

Es fehlt an allem, die Armut ist unvorstellbar. Es gibt kein fließendes Wasser, und die Brunnen sind durch häufige Hochwasser verschmutzt, weil die Kanalisation fehlt. Meist lebt die Landbevölkerung mit der ganzen Familie in einem kleinen Raum, der nur mit einem Öfchen zu heizen ist. Obwohl die landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften vor zwei Jahren aufgelöst wurden und die Menschen ihr Land zurück bekamen, können sie es doch nicht bestellen, weil die Geräte dafür fehlen.

Auch Hilfe

zur Selbsthilfe

Im Dorf Adanca, das der Hilfsverein unterstützt, besitzt nur ein Bauer einen uralten Traktor. Besonders schlimme Zustände herrschen immer noch in den Kinderheimen und den Krankenhäusern. „Es fasziniert mich, wie die Menschen sich trotz ihrer Armut gegenseitig unterstützen und wie gastfreundlich sie sind“, so Dederichs.

Er und seine Frau möchten nicht nur einfach Geld verteilen, sondern die Menschen in die Lage versetzen, sich selbst zu helfen, beispielsweise durch den Besitz einer Kuh oder Hühnern für eine Familie mit vielen Kindern. Milch und Eier könnten gegen Brot getauscht werden. Motorsägen und Schweißgeräte könnten Arbeitslose in die Lage versetzen, Dienstleistungen gegen Essen einzutauschen.