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Umweltprojekte in Schulen„Der Letzte macht das Licht aus“

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Gerade wenn der Frühling in Köln beginnt, wird die Notwendigkeit des Umweltschutzes deutlich. (Bild: Schmülgen)

„Wir haben zwei Gezeiten-, zwei Erdwärme-, ein Wind- und ein Wasserkraftwerk“, zählt der „Oberbürgermeister“ auf, dem das Jackett ein paar Nummern zu groß ist. „Wir wollen Strom so umweltfreundlich wie möglich gewinnen.“ Der junge Reporter lässt nicht locker: „Warum kein Atomkraftwerk?“ Der „OB“ erklärt vor der laufenden Videokamera der Grundschüler: „Das Atomkraftwerk produziert auch viel Müll. Die Bürger haben sich dagegen gewehrt, weil Leute dadurch krank werden und sterben können.“

Anton und Luka, Leon und André, Tom und die anderen Reporter und Energie-Detektive von der KGS Mainzer Straße in der Südstadt sind für ihren Film mit Live-Schalten und Reportagen über Klimakiller und Energiefresser in viele Rollen geschlüpft. Sie führen auf der Homepage (kgs-mainzer.de) anschaulich vor Augen, wie man Energie spart und schon zu Hause umweltbewusst handelt nach der Devise „Der Letzte macht das Licht aus.“ Umweltprojekte laufen an vielen der 280 Schulen in Köln. In Lehrplänen sind die Themen verankert. An der Gesamtschule Holweide entschloss sich das Kollegium mit Blick auf die Katastrophe in Japan spontan zu einem Projekttag (siehe Artikel unten), sie engagiert sich unter anderem bei der wohl stadtweit größten, 1997 gestarteten Aktion: „Klasse Klima: Schulen sparen Energie“.

Dabei handelt es sich um ein Fifty-Fifty-Modell, bei dem die Schulen die Hälfte der eingesparten Kosten (für Strom und Müllentsorgung) für eigene Zwecke erhalten. „Einige haben davon sogar ihre Fotovoltaikanlagen finanziert“, weiß Renate Ludwig, die im Schulverwaltungsamt das an 130 Schulen laufende „Klasse“-Programm koordiniert. Zum Teil gibt es je Schule Einsparungen in fünfstelliger Höhe im Jahr. Nicht nur in Holweide arbeiten Solaranlagen auf dem Schuldach.

Mit einer Vielzahl kleiner Maßnahmen wie „Aus der Klasse raus - Fenster zu, Licht aus“ kann eine Menge an Stromkosten gespart werden, viel bringt auch Abfalltrennung und -vermeidung, weil weniger Container benötigt werden. Schüler engagieren sich als Müllbeauftragte und Kontrolleure. Auch die Hausmeister sind oft aktiv und spüren Schwachstellen der Energiebilanz auf. Insgesamt sind im Jahr 2005 (neuere Zahlen liegen nicht vor) 330 000 Euro eingespart worden, Tendenz steigend. „Teilweise ist es allerdings schwierig, Schulleiter zu überzeugen“, sagt Ludwig. Grenzen sind manchen Schulen auch durch sanierungsbedürftige Bauten gesetzt.

Die Schulverwaltung arbeitet unter anderem mit der Initiative „Natur und Kultur“ des Netzwerk e.V. zusammen. Der Träger bietet in offenen Ganztags-Grundschulen Betreuungskonzepte an und führt Energie-Projekte mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt durch. Von der Kindertagesstätte bis zum Berufskolleg, vom Ausflug zum nächsten Windrad bis zum Bau eines Solarspringbrunnens, von ökologischen Stadtführungen bis Umweltpreisen reichen die Bausteine für eine gute „Energie-Bildung“. Der Verleih von Messkoffern für Experimente kommt ebenfalls gut an.

„Global denken - lokal handeln“ - wer nicht weiß, wo er anfangen soll, kann sich den Film der Schüler von der Mainzer Straße ansehen. Verständlich geben sie Tipps zum Energiesparen, zum Schutz von Mensch, Umwelt und Natur. „Wir haben in die Mülleimer gesehen: Der gelbe ist für Plastik, der blaue für Papier, der grüne für Restmüll. Leider landet nicht immer das Richtige drin, aber das muss nicht sein.“ Eines ihrer zehn „Gebote“: das Wiederverwerten von Restmüll: „Machen Sie es wie wir. Basteln Sie ein eigenes Kraftwerk draus!“ Stolz halten die Südstadt-Pänz ein sonnengelb gestrichenes Bauwerk hoch. Keinen Atommeiler.