Bergneustadt – Tödlicher Arbeitsunfall gestern Morgen gegen 8.15 Uhr im Steinbruch der Clemens-Schotterwerke in Bergneustadt: Der Fahrer eines Muldenkippers erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen, nachdem er mit seinem Lkw zunächst einen etwa 15 Meter tiefen Abhang hinabgerutscht war und sich das Fahrzeug anschließend überschlagen hatte. Der 66-Jährige verstarb, obwohl Rettungskräfte und auch ein Hubschrauber umgehend vor Ort waren.
Fremdverschulden ausgeschlossen
„Das ist fürchterlich. Wir haben einen sehr guten und erfahrenen Mitarbeiter verloren“, sagte Clemens-Geschäftsführer Johan Dierk Koopmans über das Opfer, das erst vor drei Tagen Geburtstag gefeiert hatte. Der Mann arbeitete nach Angaben Koopmans rund 25 Jahre zuverlässig bei Clemens, zuletzt allerdings nur noch Teilzeit, wenn Bedarf bestand.
Kriminalpolizei und Arbeitsschutz konnten nach ihren Ermittlungen ein Fremdverschulden ausschließen. Vielmehr soll sich das tragische Unglück so abgespielt haben: Der Fahrer war gegen 8.15 Uhr bereits auf seiner dritten Tagestour unterwegs, nachdem er zuvor zweimal Geröll und Erdreich von der so genannten Abfüllstation durch das unwegsame, mit etwa 20 Zentimetern Schlamm bedeckte Gelände in höhere Etagen des gewaltigen Steinbruchs transportiert hatte.
Mit dem Material sollte eine in den Steinbruch führende Zufahrt ausgebessert werden. Beim Rangieren bzw. Rückwärtsfahren am Abladeort geriet der beladene Lkw offenbar über eine Abbruchkante des steilen Steinbruchs. Das Fahrzeug rutschte und überschlug sich einmal komplett, so dass es wieder auf den Rädern landete. Dabei erlitt der 66-Jährige schwerste Verletzungen; er soll sofort nach dem Aufschlag des Lkw tot gewesen sein.
Die etwa 20 Männer des sofort angerückten Löschzuges der Feuerwehr Bergneustadt unter Leitung von Michael Stricker konnten daran ebenso wenig ändern wie die Besatzung des Rettungshubschraubers aus Siegen, der ebenfalls umgehend in die Luft gestiegen und zeitnah vor Ort war. „Als wir die Unfallstelle erreichten, war schon zu sehen, dass der Verunglückte nicht mehr zu retten war“, bedauerte der Neustädter Einsatzleiter.
Angesichts des schwer zugänglichen Geländes mit seinen serpentinenförmig verlaufenden Straßen und Wegen gestaltete sich die Bergung des Leichnams äußerst schwierig. Diese gelang erst gegen 10.30 Uhr den Mitarbeitern eines Bestattungsunternehmens, das sich erfolgreich durch den Schlamm hatte kämpfen können.
