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Ungleiche BeitragsstaffelungHort und OGS in Konkurrenz

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Hennef – HENNEF. "Die Eltern sind auf die Palme gegangen", berichtet die pädagogische Leiterin Ulla Meurer vom Echo auf die jüngste Neufassung der städtischen Beitragssatzung.

In der langen Diskussion des Jugendhilfeausschusses um die strittige Erhöhung der Kita-Beiträge ab August 2012 (die Rundschau berichtete) fiel kaum ein Blick auf den Hort. Auch dort sind die Beiträge für die meisten Einkommensgruppen angehoben worden. Was die Eltern besonders erbost, ist der Unterschied zu den Tarifen der Offenen Ganztagsschule (OGS). Obwohl das neue Satzungswerk unter dem Stichwort "Harmonisierung" angegangen worden war, geht im OGS-Hort-Vergleich deutlich eine Schere auf. Ab einem Jahreseinkommen von 20 000 Euro werden die Hort-Eltern stärker zur Kasse gebeten.

In der Einkommenskategorie 35 000 bis 40 000 Euro zum Beispiel kostet die OGS 92,50 Euro im Monat und der Hort 130 Euro (jeweils Betreuung bis 17 Uhr, ohne Beitrag fürs Mittagessen). Differenz: 37,50 Euro. In der Kategorie 45 000 bis 50 000 Euro beträgt der Unterschied schon 65 Euro, bei 60 000 bis 65 000 Euro Einkommen sind es 95 Euro. Darüber hinaus bleibt es in der Ganztagsgrundschule beim Maximalsatz von 160 Euro, während der Horttarif weiter kräftig steigt auf bis zu 405 Euro.

Im Mutter-Kind-Haus keimt der Verdacht, dass hinter der ungleichen Staffelung die Absicht steckt, den Hort zu Gunsten der OGS madig zu machen. Gestern habe sie bereits eine Kündigung entgegennehmen müssen, berichtet Ulla Meurer. Ein Konkurrenzkampf also zwischen der Stadt, die auch künftig die Ganztagsgruppen an ihren sieben Grundschulen vollkriegen will, und dem Mutter-Kind-Haus?

Zurzeit sind 22 der 25 Hortplätze belegt. Von den Eltern, sagt Meurer, werde der Hort geschätzt wegen seiner familiären Atmosphäre, der langen Öffnungszeit von 7.30 Uhr (bei Schulausfall) bis 17 Uhr, zweier Erzieherinnen in Vollzeit, drei ehrenamtlichen Hausaufgaben-Betreuern und der Ferienbetreuung. Ein weiterer Unterschied zur OGS besteht darin, dass auch ältere Schüler bis zu einem Alter von 14 Jahren den Hort besuchen können.

"Grundsätzlich möchten wir überhaupt keine Gebühren mehr haben", plädiert Renate Mersch, Vorsitzende des Mutter-Kind-Haus-Vereins, für die Abschaffung der Elternbeiträge in allen Betreuungsformen. Dem nahe kommt ein neues Silentium-Angebot der Einrichtung an der Humperdinckstraße. Nach dem Mittagessen sollen sich montags bis freitags Pädagogen bis 15 Uhr, bei Bedarf bis 17 Uhr, um junge Besucher kümmern. (kh)