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UnternehmenOtto Kind AG meldet Insolvenz an

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Kotthausen – Die Firma Otto Kind AG hat am Freitagnachmittag Insolvenz angemeldet. Der Vorstand des Unternehmens mit 305 Mitarbeitern an den Standorten Kotthausen und Dümmlinghausen hat beim Amtsgericht Köln Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens gestellt. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wurde der Kölner Rechtsanwalt Norbert Weber bestellt.

Das traditionsreiche Unternehmen ist auf die Entwicklung, Herstellung und den Vertrieb von Ladeneinrichtungen, Betriebs-, Lager- und Büroeinrichtungen spezialisiert. Es hat seinen Verwaltungssitz in Marienheide-Kotthausen und seine Produktionsstätte in Dümmlinghausen.

Schon vor Monaten war der Liquiditätsengpass Auslöser für ein Sanierungskonzept, das die Düsseldorfer Beratungsfirma Rölfs Partner nach intensiven Verhandlungen mit der Belegschaft, dem Betriebsrat und der Gewerkschaft erarbeitet hat. Diese Vereinbarungen liegen mittlerweile zwar vor, sind aber noch nicht unterschrieben oder gar umgesetzt worden.

Umso überraschender wird für viele Mitarbeiter der jetzige Insolvenzantrag des Unternehmens sein, das Dr. Peter Dauben und Frank Domeyer bisher geleitet haben. In einer Betriebsversammlung wollen Geschäftsführung und Betriebsrat heute um 13 Uhr die Belegschaft informieren. „Dann werden wir Rede und Antwort stehen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Joachim Rätzer, der bereits am frühen Morgen die Kollegen kurz über die neueste Entwicklung informieren wird. Gestern wollte er sich zu Details nicht äußern. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich. „Der Betriebsrat sieht eine gute Chance, dass der Betrieb fortgeführt wird“, berichtet Rätzer. „Und nach den Sachen, die uns vorgelegt wurden, bin ich davon auch überzeugt.“

Die Geschäftsführung war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Wohl aber Norbert Kemper, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Oberberg. Die Nachricht über den Insolvenzantrag habe ihn am Freitagabend überrascht, sagte er gegenüber unserer Zeitung. Der Sanierungstarifvertrag sei nach langen Verhandlungen endlich fertig geworden und Thorsten Prigge von der Düsseldorfer Beratungsgesellschaft habe erst vor wenigen Wochen mitgeteilt, dass alles gut gehe. Jetzt müsse alles getan werden, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten.