Die Ferienzeit neigt sich langsam dem Ende zu, die Urlauber kommen zurück, unter ihnen auch die CDU-Bundestagsabgeordnete Ursula Heinen (40) und der frühere CDU-Ratsherr und Rechtsanwalt Heinz Christian Esser (60) mit ihrer kleinen Tochter Anna. Kaum vorstellbar, wie die Eltern die letzten Wochen auf Mallorca mit dem Kind genossen haben, um das sie sich so große Sorgen machen mussten.
Am 15. März kam Anna im Krankenhaus Holweide zur Welt, ein kräftiges, gesundes Kind. Die Tragödie geschah bei der Geburt: Das Kind inhalierte das so genannte Kindspech, Dreiviertel der Lunge war verklebt. Mit einer medikamentösen und mit einer technischen Behandlung kämpften die Ärzte in Holweide und im Kinderkrankenhaus Amsterdamer Straße um Annas Leben, bliesen Stickstoff in die Lunge, lagerten die Kleine auf einem Rüttelbrett, damit die Klebemasse abgebaut wurde. Wenn sie auf der Intensivstation die winzigen Frühchen sehen und daneben so ein kräftiges Kind, können Sie überhaupt nicht verstehen, dass das so krank sein soll, schildert Esser die damalige Situation.
Nach zehn Tagen teilten die Ärzte den entsetzten Eltern mit, dass das Problem nicht in den Griff zu bekommen sei. Anna müsse in eine Klinik nach Mannheim, um dort an eine künstliche Lunge angeschlossen zu werden. Wie durch ein Wunder aber besserte sich von da an der Gesundheitszustand, nach insgesamt vier Wochen konnten Heinen und Esser ihre Tochter nach Hause holen. Heute ist sie wieder völlig gesund. Sie ist eine Kämpfernatur, versichert Ursula Heinen.
Für sie beginnt bald wieder der politische Alltag in Berlin. Dann kümmern sich in der Lindenthaler Wohnung eine Kinderfrau und ein Aupair-Mädchen um Anna, wenn die Eltern beruflich unterwegs sind.
Nicht einfach für die CDU-Politikerin Ursula Heinen, denn in den 20 Sitzungswochen im Jahr sieht sie ihr Kind in der Regel nur am Wochenende. Ab und an, wenn die Sehnsucht zu groß wird, fliegt sie abends nach Köln, um dann am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe wieder Richtung Berlin zu starten.