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US-Staaten blasen zur Jagd auf Alligatoren

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Alligatoren breiten sich in den USA aus.

In Florida machen sich 16 Millionen Einwohner und eine Million Alligatoren zunehmend das Terrain streitig. Drei tödliche Alligatorattacken innerhalb einer Woche haben jüngst ein Schlaglicht auf diesen ungleichen Kampf um Lebensraum geworfen.

Der Alligator, der größere Verwandte des Krokodils, war in den USA fast ausgestorben, als die Regierung ihn in den 60er Jahren auf die Liste der bedrohten Tiere setzte. Seitdem hat sich das Blatt gewendet: Von South Carolina bis Texas sind die Alligatoren - geschützt vor ihrem größten Feind, dem Menschen - prächtig gediehen. So sehr, dass Naturschutzbehörden zur Kontrolle regelmäßig einige der bis zu 70 Eier einsammeln, die eine Alligatormutter auf einmal ausbrütet.

Louisiana hat im vergangenen Jahr 36 607 Alligatoren zum Abschuss freigegeben, so viele wie nie zuvor. Florida verlängerte die Jagdsaison in diesem Jahr um 41 Tage und lässt Jäger auf 8000 Tiere zielen. Mississippi gab im vergangenen Jahr zum ersten Mal in seiner Geschichte die Alligatorjagd frei, in diesem zieht Alabama gleich. „Bei uns hat sich die Population seit den 80er Jahren verdoppelt“, sagt James Masik, Biologe der Wildparkbehörde in Alabama.

In allen Bundesstaaten haben Beschwerden über unerwünschte Alligatoren in den vergangenen Jahren sprunghaft zugenommen. In Florida wird im Jahr 15 000 Mal Alligator-Alarm ausgelöst. „Wir sollten uns davor hüten, dies den Alligatoren anzukreiden“, sagt Masik. „Die sind schon sehr viel länger hier als wir Menschen.“ Problem ist: Immer mehr Menschen sind bereit, für Ferienhäuser direkt am Wasser viel Geld hinzublättern. Sie rücken damit in den Lebensraum der Tiere vor.

So bemühen sich Naturschützer so gut es geht, Mensch und Alligator auf Distanz zu halten, vor allem mit Verhaltenstipps: „Niemals füttern!“ unterstreicht Florida in einer Broschüre. Die Reptilien unterscheiden nicht zwischen dem hingehaltenen Hühnchen und einem lecker aussehenden Menschenarm. In Florida, wo es besonders viele Zugezogene aus alligatorfreien Zonen gibt, gibt es mittlerweile 38 professionelle Alligatorfänger, die über Notruf bestellt werden und Tiere in Gärten, Pools und auf Golfplätzen einfangen. In der Jagdsaison kann jeder, der eine Lizenz erworben hat, sein Glück versuchen - Einheimische 272 Dollar (210 Euro), Besucher 1022 Dollar. „Man muss sehr dicht ran“, sagt Steve Stiegler von der Wildschutzbehörde in Florida. Was nichts für Zartbesaitete ist. Alligatoren werden bis zu vier Meter lang, können mehr als 450 Kilogramm wiegen und fressen alles. Der größte, der in Florida je gesichtet wurde, war 5,30 Meter lang.

Die Fangmethoden schreiben vor, dass der Alligator mit einer Leine gebändigt werden muss. Wenn er vom Kampf müde ist, schießt der Jäger ihm ins Gehirn. Jäger können mit dem Verkauf von Haut und Fleisch nach Schätzung der Wildschutzbehörde in Louisiana rund 350 Dollar verdienen. Alligatorfleisch steht in den Südstaaten auf manchen Speisekarten. „Schmeckt mild, wie Schweinefleisch“, sagt Flynt.