BAD MÜNSTEREIFEL. Dicke Luft herrscht zwischen der katholischen Kirchengemeinde und dem Partnerschaftsverein Piéla-Bad Münstereifel. Hauptakteure bei dem seit geraumer Zeit schwelenden Knatsch sind der Bad Münstereifeler Pfarrer Thomas Bahne und Partnerschafts-Vorsitzender Werner Ohlert aus Rupperath.
Im Pfarrbrief distanzieren sich die örtlichen Vertreter der katholischen Kirche von einem Projekt der Partnerschaft im afrikanischen Burkina Faso. Dort sei in Kooperation mit der „Deutschen Stiftung Weltbevölkerung“ der „Einsatz von Verhütungsmitteln“ propagiert worden.
Die Partnerschaft habe diese Aufklärungskampagne mit 8000 Euro unterstützt, die im Bereich von Bad Münstereifel als Spenden gesammelt wurden.
Die Unterzeichner Paul Schmitz (Kirchenvorstand), Annemie Theis, Pfarrer Thomas Bahne, die Pfarrvikare Ludwig Pützkaul und Pater Gottfried Niemczyk, die Kapläne Jörg Stockem und Domagoj Vuletic sowie Diakon Dr. Ulrich Günzel und Gemeindereferent Edmund Berg sehen es als „unredlich an, dass die Bevölkerung in Bad Münstereifel über solche Aktivitäten nicht informiert wurde, sondern vornehmlich über Brunnenbau-Projekte und Armutsbekämpfung.“
Die Vertreter des Münstereifeler Seelsorgebereichs hoffen, dass sich der Partnerschafts-Vorstand von solchen Projekten künftig distanziert, „weil sie uns als Christen aufgrund unseres Glaubens in Gewissensnot bringen.“
Der Mutscheider Pfarrvikar Pützkaul erklärte zudem, dass er vorläufig sein beratendes Amt bei der Partnerschaft ruhen lassen werde.
Werner Ohlert kann die ganze Aufregung nicht nachvollziehen. „Wir haben doch keine Kondome oder Antibaby-Pillen verteilen lassen“, erklärte er gestern auf Anfrage. Bei dem Projekt seien 898 Schüler und Schülerinnen im Alter von 14 bis 24 Jahren des Gymnasiums in Piéla ein Jahr lang in Sexualkunde und Gesundheitsvorsorge unterrichtet worden. Dies geschehe ja auch in Deutschland.
Natürlich sei dabei auch thematisiert worden, dass man etwa Kondome zum Schutz vor Krankheiten oder Empfängnis anwenden könne.
„Wir sind praktizierende Katholiken und haben die Kirche mit an Bord unseres Partnerschaftsvereins geholt“, betont Ohlert. Er bedauert es daher, dass Pfarrer Pützkaul seine beratene Funktion zurzeit nicht mehr wahrnimmt .
Ohlert wehrt sich zudem gegen den Vorwurf, er habe die Spender im Unklaren über den Verwendungszweck gelassen: „Wir sammeln Spenden, um den Menschen in Piéla zu helfen. Da geht es nicht ausschließlich um Brunnen- und Hirsespeicherbau.“
Pastor Bahne erklärte gestern: „Ich finde das nicht in Ordnung, wenn einer überall erklärt, wir bauen Brunnen und dann kommt so etwas dabei heraus.“ Verärgert ist der Geistliche auch darüber, dass Ohlert offenbar die Zusammenlegung der Seelsorgebereiche noch nicht überwunden hat. „Er muss endlich aufhören, Brände zu legen.“
Der Pastor hat Ohlert jetzt zum klärenden Gespräch gebeten. Ob es ein Friedensgipfel wird, ist noch nicht abzusehen. „Wenn er sich künftig fair verhält, habe ich kein Problem mit ihm“, meint Bahne.