Köln – Andere Gemeindemitglieder weisen darauf hin, dass Biskupek in den letzten 13 Jahren seine Aufgabe mit großem Erfolg wahrgenommen habe und es keinen Grund für eine Strafversetzung geben könne. Die „Sonntagsmusik“ etwa ist seine Idee gewesen, die Evensongs im Advent und in der Fastenzeit, wie er ohnehin die Musik an St. Aposteln sehr gefördert hat. Er rief auch die Essensausgabe an Bedürftige ins Leben. Biskupek brachte viele Facetten im Gemeindeleben zum Leuchten.
Gerade sein Erfolg, so scheint es, ist ihm aber jetzt zum „Verhängnis“ geworden, denn Hochdahl gilt als außerordentlich schwierige Gemeinde: Zwei Pfarrer sind dort in den vergangenen sechs Jahren praktisch gescheitert und haben um ihre Versetzung gebeten. Nun setzt man im Bistum auf Biskupek im festen Vertrauen darauf, dass er diese Aufgabe meistert.
Und insofern kann man auch die offizielle Begründung „zunehmender Priestermangel“ verstehen, wenn damit gemeint ist, dass nicht alle Priester sich zum Leitenden Pfarrer eignen. Am Freitag war auf der außerordentlichen Sitzung des Arbeitskreises Gemeindeaufbau die Bemerkung seitens des Generalvikariats, man solle sich für Biskupek über die Beförderung zum Leitenden Pfarrer in Hochdahl freuen, als zynisch aufgefasst worden. In der Gemeinde herrscht Empörung besonders darüber, dass das Bistum seine Zusage gebrochen habe, dass sich an der Personalstruktur nichts ändern werde, und die Gemeinde dann vor vollendete Tatsachen gestellt wurde. Viele Gläubige gehen nämlich davon aus, dass die Entscheidung des Bistums endgültig ist. Zum Vorwurf des Wortbruchs war gestern keine Stellungnahme vom Erzbistum erhältlich.
Der Leitende Pfarrer Klaus-Peter Vosen hatte sich sehr für seinen Mitbruder eingesetzt. „Ich habe in vielen Gesprächen mit Vertretern des Bistums bis zum Herrn Kardinal darum gekämpft, dass Pfarrer Biskupek hier als Seelsorger bei uns bleiben durfte - leider erfolglos“, trug er am Freitag bei der Versammlung in der vollbesetzten Pastor-Könn-Aula an St. Aposteln vor. „Im Team der Seelsorger“, sagte Vosen der Rundschau, „war er eine tragende Säule.“ Aus der Gemeinde hieß es: „Warum rettet man eine fast tote Gemeinde und fährt dafür eine blühende Gemeinde sehenden Auges vor die Wand?“