BERGISCH GLADBACH. Die Lebenserwartung von Herz-Kreislauf-Patienten ist heute deutlich höher als vor 20 Jahren, sagt Professor Dr. Peter Schweizer, der Chefarzt der Kardiologischen Klinik am Gladbacher Evangelischen Krankenhaus (EvK). Der Mediziner muss es wissen, der er leitet seit 20 Jahren die kardiologische Abteilung der Klinik.
Diese Abteilung feiert just in dem Jahr, in dem das Evangelische Krankenhaus 75-jähriges Bestehen feiert, ihr 20-jähriges Bestehen. Am Samstag hatte das EvK Ärzte benachbarter Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte aus der Umgebung von Bergisch Gladbach ins Grandhotel Schloss Bensberg eingeladen, um sie über den neusten Stand der Forschung sowie aktuelle Themen der Kardiologie zu informieren.
Die Kardiologie ist heute ein enorm wichtiges Standbein unseres Krankenhauses, so EvK-Geschäftsführer Harald Januschewski. Als Professor Schweizer 1983 von Aachen nach Bergisch Gladbach wechselte, sah das allerdings ganz anders aus.
Schweizer musste die Kardiologie am EvK erst einmal aufbauen. 1985 richtete er erstmals einen Linksherzkathetermessplatz ein, der nach 1994 auch noch in diesem Jahr erneuert wird. Mit der immer weiter verfeinerten Diagnostik und verbesserten Technik stieg auch die Zahl der Patienten der Kardiologie erheblich an. Dazu trug auch die drastisch steigende Zahl von Herz-Kreislauferkrankungen bei, die heute in Deutschland die Haupt-Todesursache darstellen.
1983 gab es kein einziges kardiologisches Bett, heute sind es bereits 74, elf davon sind für Intensivmedizin vorgesehen. Inzwischen zählt Professor Schweizer nicht weniger als 4000 stationäre Patienten in seiner Abteilung. Hinzu kommen noch rund 2000 ambulante Patienten, so Schweizer. Auf der kardiologischen Intensivstation, die Schweizer und sein Oberarzt Hermann J. Schmitz, der ebenfalls seit 18 Jahren am EvK tätig ist, betreuen, werden pro Jahr zudem 1200 Patienten behandelt.
Der 61-jährige Professor Schweizer ist seit vier Jahren auch Mitglied des wissenschaftlichen Beirats der Deutschen Herzstiftung. Er will auch in Zukunft Innovationen bei der Kardiologie im Evangelischen Krankenhaus vorantrieben. Es macht mir Freude, wenn wir Patienten durch die heutigen Methoden helfen können. Ein gutes Beispiel dafür sei die Behandlung schwerer Angina Pectoris. Durch den Einsatz eines so genannten Stents sei der Patient bereits am nächsten Tag praktisch beschwerdefrei. Und noch einen Tag später kann er nach Hause gehen, freut sich Schweizer.
Das nächste Projekt des Chefarztes ist die Einrichtung einer Anlaufstelle für Menschen mit Schmerzen in der Brust, die innerhalb kürzester Zeit klären kann, ob die Schmerzen vom Herzen kommen oder andere Ursachen haben.
In USA sei dieses unter dem Begriff Chestpain Unit bekannt und üblich. Ein Projekt, das besondere Wichtigkeit hat, denn bei Herzinfarkt und Schlaganfall ist jede Minute wichtig. Das möchte ich gerne in am Evangelischen Krankenhaus realisieren, so Schweizer.