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Vielseitig engagiert

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KÖLN. „In der Weihnachtszeit geht es um Liebe und ums Schenken“, sagt Ilse Schwarzhaupt vor 20 Bewohnern des Alten- und Pflegeheims Clara-Elisen-Stift in der Südstadt. Die Rundschau-Altenhilfe „Die Gute Tat“ bescherte dem Heim vor kurzem einen Kleinbus, mit dem die Heimbewohner Ausflüge unternehmen können. Die 77-Jährige hat auch selbst viel zu geben: Jeden Freitag singt sie dort eine Stunde lang evangelische Kirchenlieder mit den alten Menschen: „Ich erzähle ihnen etwas über die Entstehungsgeschichte der Lieder und anschließend interpretieren wir sie.“

Die Senioren benötigen teilweise Hilfe und Unterstützung, sind oft allein stehend und damit entsprechend bedürftig. Für sie ist dies mehr als eine Musik- und Geschichtsstunde: „Wenn wir uns miteinander unterhalten, erinnern sie sich zum Beispiel an ihr Leid in den Kriegsjahren, aber auch an schöne Momente aus ihrem Leben. Dann werden sogar die Gesichter besser durchblutet, weil sie sich freuen“, erzählt Schwarzhaupt weiter. Die Religiosität ist der gebürtigen Essenerin in die Wiege gelegt worden. Sie wuchs in einer Pfarrersfamilie auf: „Der Glaube hat mich geprägt. Als Christin bin ich verpflichtet, zu helfen. Ich bin also sehr belastet“, sagt sie und lacht dabei ganz herzlich.

Schon seit 25 Jahren setzt sich die Mutter zweier Kinder (55, 54) für das Stift ein: „Damals betreute ich alte Menschen. Über die kam der Kontakt zustande.“ Weit hat sie es nicht - sie wohnt nur wenige Meter vom Heim entfernt.

Dabei engagiert sich die energische Frau nicht nur für das Stift, dessen Kuratorium sie angehört, sondern auch für die Kunst. Erst neulich erhielt sie den Ehrentheaterpreis für ihre 30-jährige Unterstützung des Theaters „Der Keller“. Mit ihrem Mann, dem 1981 verstorbenen Pharma-Unternehmer Wolfgang Schwarzhaupt, finanzierte sie seinen Erhalt und war jahrelang dessen Eigentümerin. Mit ihrem Mann baute sie seine kleine Firma zu einem Großunternehmen aus. Auch heute noch sprüht Ilse Schwarzhaupt noch voll Tatkraft.

Heimbewohnerin Agnes Dreutler (99) schätzt Ilse Schwarzhaupt sehr: „Wenn sie nicht mehr kommen würde, würde uns viel fehlen.“ (nah)