Amin B. hatte keine Chance. Gemeinsam prügelten die Täter mit einem Baseballschläger auf den 20-Jährigen ein, danach wurde auf das Opfer eingestochen. Der junge Mann aus Vingst starb im Krankenhaus (wir berichteten). Bei der Aufklärung der ungewöhnlich brutalen Bluttat ist die Polizei nun einen wichtigen Schritt weitergekommen. Zwei mutmaßliche Täter wurden verhaftet und sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. Den 20 und 22 Jahre alten Männern wird gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen. Polizei und Staatsanwaltschaft sprachen gestern von Heimtücke. Damit droht den jungen Männern eine langjährige Haftstrafe. Für die Mordkommission „Markt“ ist der Fall aber noch längst nicht aufgeklärt. Es werden noch immer „mehrere Personen“ mit Haftbefehl gesucht, wie zu erfahren war.
Auf dem Vingster Marktplatz müssen sich in der Nacht zum Freitag vergangener Woche schreckliche Szenen abgespielt haben. Nach Mitternacht sollen die Täter über ihr Opfer hergefallen sein und es zuerst mit einem Baseballschläger traktiert haben. In Panik flüchtete sich Amin B. in eine Telefonzelle. Mit aller Wucht zerschlugen die Angreifer die Fensterscheibe des Häuschen und verletzten den 20-Jährigen erheblich. Danach wurde dem gebürtigen Albaner in den Oberkörper gestochen - und zwar mehrfach. Zwei Marktbeschicker fanden den stark blutenden Amin B. um 2.30 Uhr und alarmierten Rettungsdienst und Polizei.
Die Motivlage in diesem Fall ist „absolut kompliziert“, wie ein Ermittler sagte. In erster Linie soll es im Vorfeld der Auseinandersetzung Streit um eine Frau gegeben haben. In zweiter Linie gab es dann Zoff ums Geld. Amin B. soll einem Bekannten der späteren Täter etwa 20 Euro geschuldet haben. Dies sei aber nicht der ausschlaggebende Punkt für den Mord gewesen. Außerdem, so fanden die Ermittler heraus, hatte Amin B. Tage vor der Tat einen Jugendlichen verprügelt, den die späteren Täter kannten.
Die Anteilnahme am Tod des 20-Jährigen in Vingst ist sehr groß. Seit der Tat werden jeden Tag Blumen an den Fundort des Opfers gelegt. Auch werden dort immer wieder Kerzen angezündet. Für die Verwandten des 20-Jährigen ist der Tod ihres geliebten Amin kaum zu verkraften. Sanitäter mussten sich in den vergangenen Tagen um Angehörige kümmern und sie ins Krankenhaus bringen.
