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Voller Humor, aber nicht ohne Andacht

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BAD HONNEF. Auf den ersten Blick eine ganz normale Sonntagsmesse: Weihrauch waberte durch St. Johann Baptist, die Orgel spielte Kirchenlieder. Aber bei den „Kölschen Messen“ ist eben kein Gottesdienst wie jeder andere. Wann ist schon Lachen in einer Kirche zu hören? Wann applaudieren die Menschen nach einer Predigt? Und wann ist in einer Messe die Kirche schon so voll, dass selbst die Stehplätze in den Gängen zur Mangelware werden? Die Antwort ist ganz einfach: Wenn Dr. Herbert Breuer und die Honnefer Karnevalsgesellschaften mit ihrer Messe die „heiße Phase“ einläuten.

Jesu Fußballschuhe

heißen Christstollen

Von der eher getragenen Andacht einer Sonntagsmesse war und ist die „Kölsche Messe“ weit entfernt, aber sie ist nicht ohne Andacht. Besonderer rheinischer Charme, so Breuer, sei der unbefangene Umgang mit Gott. „Meer sin dem Herrjott sing Pänz“, unter diesem Motto stand nicht nur der Gottesdienst. Im „Zauberdreieck“, dem Einklang mit Gott, der Welt und sich selbst, sei es nicht nur erlaubt, zu lachen. Denn aus dem Humor, dem Lachen komme nicht zuletzt die Güte des Herzens.

Breuer lief wie in den Vorjahren zur Höchstform auf. Witze wurden zu Gleichnissen, die Fürbitten zu rheinischem Humor. So predigte Breuer vom Schiedsrichter, der sich 30 Sekunden nach einer Fehlentscheidung vor der Himmelspforte findet. Gott wurde zum Quirl, nein, doch zum Schöpfer - aber irgendwas aus der Küche sei es wohl gewesen. Und das Sport Gott gefällig sei, stehe schon in der Bibel: Noah ging in den Kasten, und Gott machte den Sturm.

Doch die Messe, die Andacht kamen nicht zu kurz. „Herr Jott, meer sin en de Bräng“ (Melodie: Großer Gott) flehte um Hilfe für alle Menschen in Not, wo auch immer. Das Sanctus (Melodie: Es war einmal ein treuer Husar) lobte den Herrn und dankte für seine Hilfe. Ansonsten ging es Schlag auf Schlag: Dicht umstanden von den Honnefer Karnevalisten und ihren Gästen war die „Kölsche Mess“ echter rheinischer Karneval: Launig, doch nicht ohne ernste Untertöne. Und das mit dem Sport: Wie heißen bis heute Jesu Fußballschuhe? Ganz klar: Christstollen.