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Von den eigenen Minen in die Luft gesprengt

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Als die Amerikaner am 4. März 1945 Gemünd einnahmen, befanden sich nur noch wenige Zivilisten in den Trümmern am Zusammenfluss von Urft und Olef.

GEMÜND. Die Amerikaner trafen im Raum Gemünd auf die Reste der deutschen 62. Infanterie-Division. Die abgekämpften Männer sind nach schweren Kämpfen im Raum Prüm, Bleialf und Losheimergraben in das Gebiet Gemünd, Herhahn und Sötenich verlegt worden. Sie unterstehen der Kommandantur von General-Major F. Kittel. Seine Division soll dem gefährlich anrückenden Feind „hinhaltend Widerstand“ leisten. Aber der Kampfwert der abgerissenen Division ist nur noch gering.

Der Schleidener Autor Franz Josef Lüttgens hat die Eroberung Gemünds in seinen beiden Büchern „Kriegsjahre, Kriegsende und erste Neuanfänge 1939-1946“ beschrieben. Wichtige Unterlagen fand er unter anderem im Nationalarchiv Washington.

Wie er berichtet, handelte es es sich um eine schlesische Division, die bereits 1939 / 40 zu Beginn des Westfeldzugs mit Teilen im Raum Gemünd stationiert war. Ein Teil der Männer kehrte nach dem Krieg nach Gemünd zurück und wurde dort ansässig.

Die Soldaten, so Karl Josef Lüttgens, haben große Sorge um ihre Angehörigen im Osten. Sie erfahren von dem dortigen Flüchtlingselend durch Urlauber. Lüttgens: „Die Stimmung ist gedrückt, aber nicht durchweg schlecht.“

Der im Januar eingetroffene Ersatz von 800 Mann ist schlecht ausgebildet. Mitte Februar laufen mehrere Soldaten zum Ami über.

Am 4. Februar wird die Division der 3. Panzer-Grenadier-Division unterstellt. Gemünd soll unter allen Umständen gehalten werden. Am selben Tag nimmt die 9. US-Infantrie-Division Vogelsang und Wollseifen ein und rückt tags darauf zum Urftsee-Staudamm vor, während Spähtrupps bis Malsbenden vorrücken. An ihre Stelle tritt die 2. US-Infantrie-Division. Deutscher Kampfkommandant wird am 11. Februar Hauptmann Runge, Divisions-Kommandeur ist Oberst Jüttner, der bei Wiederaufstellung der Bundeswehr wieder als Oberst eingestellt wird.

Gemünd

wird vermint

Die übrigen Einheiten der Division besetzen die Bunker zwischen Schleiden und Gemünd. Die Bunker nördlich der Urft am Maisberg sind ebenfalls besetzt. Die Umgebung von Gemünd wird gründlich vermint. So gründlich, dass Mitte Februar zwei Offiziere beim Abgehen der Stellungen von den eigenen Minen getötet werden.

Karl Josef Lüttgens: „Die Bunker liegen in schwerem Artilleriefeuer, so dass Jüttner stundenlang nach Ende einer Dienstfahrt im Gelände liegen bleiben muss, ohne seinen Bunker erreichen zu können.“

Mit Kognak wird am 14. Februar der Besuch des Chefs der 3. Panzer-Grenadier-Division General-Major Denkert bei Kittel im Bunker oberhalb Gemünds begossen. Am 24. Februar kommt der Befehl, sich abschnittsweise aus der Bunkerlinie herauszulösen. Auch die in und um Schleiden eingesetzte Unterführerschule der Heeresgruppe B sowie ein paar verbliebene Panzer ziehen sich langsam auf der Erftlinie Weilerswist-Lommersum-Euskirchen zurück.

Die 2. US-Infantrie-Division besetzt am 3. März Malsbenden endgültig. Das 38. Regiment kommt an diesem Tag von Heimbach bis Wolfgarten. Es bekämpft die Bunkerlinie nördlich der Urft. Am 4. März wird Gemünd genommen.