BORNHEIM / BONN. Der Begriff hört sich ein wenig sperrig an: Therapeutische Gemeinschaft Schloss Bornheim. Er meint die Fachklinik für die medizinische Rehabilitation von Drogenabhängigen, die am 2. September ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Die Einrichtung begann 1980 mit 25 Plätzen für suchtkranke Frauen und Männer; mittlerweile ist daraus ein Netz von Hilfeeinrichtungen in der Region entstanden, der Suchthilfeverbund Bornheim / Bonn.
Die ersten Drogenabhängigen, die 1980 nach Bornheim kamen, um Unterstützung und Begleitung bei ihren Wegen aus der Sucht zu finden, blieben 18 Monate. Jetzt dauert die Behandlung in dem idyllisch hinter Bäumen gelegenen Schloss sechs Monate, gefolgt von vier Monaten in der stationären Nachsorge. Wer einen der jetzt 32 Plätze haben will, müsse die Entgiftung hinter sich haben, sagt Margarete Frey, die seit 13 Jahren in Bornheim arbeitet und sich im Haus unter anderem um die Buchhaltung kümmert.
1983 begann der damalige Träger der Klinik, die Phönix-Haus-Gesellschaft für soziale Integration, die ersten Schritte in Richtung Suchthilfeverbund. In Bonn wurde ein Haus für die Nachsorge der Patienten eröffnet, das sich nach drei Umzügen nun in der Reuterstraße (Suchthilfezentrum Bonn) befindet.
1997 wurde der Deutsche Orden Träger der Einrichtung, der allerdings kurzzeitig in finanzielle Turbulenzen geriet, sich nun aber deutlich auf Wachstums-Kurs" befindet, wie es in einer Mitteilung heißt. Ab Mitte der achtziger Jahre konnten auch allein erziehende Mütter und Väter oder ganze Familien zur Behandlung und Therapie aufgenommen werden. Die unter sechs Jahre alten Kinder wohnten zunächst in einem eigenen Haus auf dem Gelände, später mit den Eltern im Schloss Bornheim beziehungsweise in in Bonn. Dort in der Breite Straße finden sie zwölf Wohnplätze, sechs für Kinder, sechs für Erwachsene. Nach Möglichkeit besuchen die Kinder einen regulären Kindergarten der Stadt Bonn. Eine ähnliche Einrichtung wurde im Frühjahr 2004 in der Staffelsgasse in Alfter eröffnet.
Aus dem ehemaligen Kinderhaus auf dem Schlossgelände wurde 1999 die soziotherapeutische Einrichtung Torburg, der später in Hemmerich eine Außenwohngruppe (Donnerstein) angegliedert wurde. Hier leben Drogenabhängige, die mehrere Therapieversuche hinter sich hatten. So kam der Suchthilfeverbund auf inzwischen mehr als 80 Betreuungsplätze. Weitere sind geplant. Zurzeit bemühen wir uns, eine Einrichtung für so genannte Sucht-Kids ans Netz zu bringen, also für suchtbedrohte oder suchterkrankte Kinder, teilte das Therapiezentrum mit.
Ziel allen Tuns sei es, die Abhängigen so zu stabilisieren, dass sie wieder einem Beruf nachgehen und am gesellschaftlichen Leben teilhaben können. (dbr)