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Von der Holzhütte zur edlen Glasvitrine

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BONN. Nicht mehr lange, dann hat Bonn seinen geliebten Milchpavillon auf dem Münsterplatz wieder. Im November soll der gläserne Neubau als Bistro, Restaurant und Café wieder eröffnet werden, in dem es natürlich auch wieder die beliebten Milchmixgetränke geben wird. Im April soll mit den Abbrucharbeiten begonnen werden. Die in einem Wettbewerb prämierten Pläne stammen von dem Bonner Architekten-Büro „B 2“ von Wolfgang Luft und Wolf Dittmann.

2003 war der Pachtvertrag für das Milchhäuschen abgelaufen, das in den 60er Jahren nach dem Bau der Tiefgarage gebaut worden war. Jetzt stimmte der Planungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung einem Erbbaurechtsvertrag über 60 Jahre mit dem neuen Betreiberehepaar Hermann Grummich und Annegret Schoch-Grummich einstimmig zu. Die letzte Entscheidung trifft dann Anfang Februar der Stadtrat.

Im Planungsausschuss erläuterte Architekt Wolfgang Luft die Neubaupläne. Danach wird der Pavillon künftig keine „Rückseite“ mehr zum Dreieck hin haben. Das neue Milchhäuschen wird rundum verglast und gestattet so den Durchblick von und nach allen Seiten; auf dem neuen Dach, das auch den Treppenabgang und Lift zur Tiefgarage überspannen wird, werden Solarzellen angebracht. Zum Münsterplatz hin sind in Teilbereichen hölzerne Lamellen als Sonnenschutz sowie eine etwa drei mal einen Meter große Videowand vorgesehen; sie dient - zweigeteilt - zur ständigen Information über wichtige Veranstaltungen und wird auch den Abruf von Informationen ermöglichen.

Als „städtebauliches Zeichen“ verstehen die Architekten einen metallverkleideten Turm über der Trafostation, für den einer der vorhandenen Bäume weichen muss; dieser soll an anderer Stelle neu gepflanzt werden. Insgesamt wird es im neuen Milchhäuschen 85 Sitzplätze im Innen- und etwa 100 Plätze im Außenbereich geben; letztere nicht allein auf der Platzseite, sondern auch zum Dreieck hin. Mit im Bauprogramm ist auch eine öffentliche Behinderten-Toilette, eine neue Küche und eine neue hölzerne Rundtheke. Die Gesamtkosten des Neubaus belaufen sich auf etwa 700 000 bis 800 000 Euro.

Ein Milchhäuschen auf dem Münsterplatz gab es bereits im 19. Jahrhundert in Form eines hölzernen Erfrischungspavillons, in dem auch noch nach dem Zweiten Weltkrieg Frischmilch in Kannen „gezapft“ wurde. Bei der Vorstellung der Pläne betonten der Leiter des Planungsamtes, Michael Isselmann, und der Leiter des Liegenschaftsamtes, Martin Krämer, dass mit dem Entwurf des Büros „B 2“ eine Lösung gefunden worden sei, die den Anforderungen „dieses wichtigen Standorts im Stadtgefüge“ an die Architektur in bester Weise genüge.