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Von der Insel an die Agger

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DIERINGHAUSEN. Hanna (2) fühlt sich in den Räumen des Restaurants „Die Mühlenhelle“ schon heimisch. Auf den Tischen breitet sie unter den wachsamen Augen ihrer Eltern täglich ihre Malbögen aus. Am kommenden Mittwoch öffnet das Gummersbacher Edel-Restaurant im Besitz des Wiehler Unternehmers Christian Peter Kotz seine Pforten unter neuer Leitung. Birgitta (30) und Michael (34) Quendler haben selbstbewusste Vorstellungen davon, wie sie ihr Haus zwischen den Mitbewerbern „Schloss Lerbach“ in Bergisch Gladbach und „Le Gourmet“ in Eckenhagen positionieren werden.

Die beiden Profis haben sich bei der Arbeit im Restaurant von Fernsehkoch Johann Lafers in Stromberg bei Bingen kennen gelernt. Er, der gelernter Koch vom Wörthersee, sie Stuttgarterin und Sommelier aus Leidenschaft.

2000 wechselte das Paar ins renommierte „Fährhaus“ in Munkmasch auf Sylt. Im folgenden Jahr besetzte Michael Quendler für eineinhalb Jahre die Position des Küchenchefs in der „Sturmhaube“ im benachbarten Kampen. Nach seiner Küchenmeisterprüfung in Husum kehrte er auf die Insel zurück. Diesmal zum Koch und Maler Ulrich Hinkfuß und in dessen Restaurant „Hinkfuß am Dorfteich“ in Wenningstedt. 2004 wurde Quendler noch einmal Küchenchef in der „Sturmhaube“. „Zwei Jahre später zeichnete uns dann der Gault Millau überraschend mit einer Kochmütze aus“, schwärmt Michael Quendler. „Das habe ich für ein Haus, das täglich 300 Essen zubereitet, bis dahin nicht für möglich gehalten.“

Trotz dieses Erfolgs, die Quendlers wollten sich verändern, gemeinsam in einem Haus arbeiten. „Auf sechs Chiffreanzeigen von Top-Restaurants in Deutschland haben wir uns gemeldet“, berichtet Birgitta Quendler. „Unter anderem auch auf die eines Restaurants im Bergischen.“

Es dauerte nicht lange, da meldete sich die Sekretärin von Christian Peter Kotz. An einem dunklen Januarabend traf das Ehepaar bei Nieselregen erstmals in Gummersbach ein. „Wir waren von der Großzügigkeit des Hauses sofort begeistert.“ Und Michael Quendler fügt hinzu: „Mir hatte es die ausgezeichnete Küchenausstattung angetan.“ Und später stellte Michael Quendler fest: „Die Landschaft gleicht mit ihren Hügeln durchaus meiner Heimat Kärnten.“

Gäste sollen das

Essen zelebrieren

Dass die beiden in Dieringhausen vermutlich weitaus weniger Gäste bewirten müssen als in den Sylter Mode-Restaurants kommt ihnen sehr entgegen. „Ich möchte mir Zeit für jede einzelne Bestellung nehmen und ich hoffe, unsere Gäste nehmen sich die Zeit, ihr Essen bei uns zu zelebrieren“, sagt Michael Quendler.

Trotz des hohen Anspruchs will das Paar ein für Jedermann offenes Haus führen. „Auch auf eine Tasse Kaffee oder ein Glas Wein ist jeder Gast willkommen“, unterstreicht Brigitta Quendler.

Die neuen Küchenchefs wollen die fünf Auszubildenden und einen Koch übernehmen. Ein weiterer Koch und zwei Mitarbeiter für den Service werden noch gesucht. „Und ein Kindermädchen für Hanna brauchen wir auch“, ergänzt Birgitta Quendler.