Es gibt Amateurköche, die nur mit Kochbüchern arbeiten mögen, die alle aufgeführten Gerichte auch in perfekten, appetitanregenden Fotos zeigen. Solche Nachfahren Lukulls werden mit dem neuen Kochbuch Himmlische Genüsse aus dem Emons-Verlag nicht zurechtkommen. Wer aber die Rezepte vom Engelskuss zum Nonnenfürzchen nachkochen und sich nebenbei über die ausgesprochen witzigen Zeichnungen von Julia Ruether sowie die von den Autorinnen Doris Franzen und Gabriele Poloczek kolportierten Gerüchte zu den Gerichten amüsieren will, ist mit dem Buch gut bedient.
Das Nonnenfürzchen, ein Fettgebäck, war uns schon bekannt, ebenso der Teufelssalat oder der mit Rum zum Pharisäer geadelte Kaffee. Aber viele Kuriositäten unter den 100 göttlichen Rezepten waren uns zumindest dem Namen nach neu, die Kirchweihente etwa, der Klosterfrauensalat, die Kardinalssuppe, der Ohnmächtige Priester, der Bischofsschmarrn, Mephistos Kartoffelpüree oder der Küsterkuchen. Insgesamt eine handfeste Rezeptsammlung und eine witzige, teilweise sogar erbauliche Lektüre. (vol)
Himmlische Genüsse. Vom Engelskuss zum Nonnenfürzchen, Doris Franzen und Gabriele Poloczek, mit Illustrationen von Julia Ruether; gebunden, 152 Seiten, Emons Verlag, 14,80 Euro, ISBN 3-89705-252-0