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Von Garage zur Weltfirma

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Mangels Bankunterstützung ging der Erfinder Albert Blum ungewöhnliche Wege. Mit einer Suchanzeige in der Zeitung fand er vor 50 Jahren tatsächlich eine reiche Familie, die ihm ohne Sicherheiten ein Darlehen von 20 000 D-Mark gab. Mit schnell wachsendem Erfolg erhielt er bald einen hohen Kredit von einer Bank. Später, als seine Firma schon sehr groß war, zog der Selfmademan den geplanten Börsengang kurz zuvor zurück und löste den dafür gebildeten Aufsichtsrat auf. Aus Angst, „vieles nicht mehr beeinflussen zu können“.

Solch ungewöhnliche Einblicke in sein Leben gewährt der risikofreudige und zugleich fürsorgliche Unternehmer aus Lohmar-Scheiderhöhe. Von kleinsten Anfängen in einer Garage hat er seine Firma ABS (Albert Blum Scheiderhöhe) mit der Entwicklung von Tauchpumpen zu einer Weltfirma mit über 1000 Beschäftigten gemacht. „Innovation, Flexibilität und Ausdauer bringen Erfolg“ heißt sein 220 Seiten dickes Buch mit dem Untertitel „Ein Pionier des Wirtschaftswunders erzählt.“

Lesenswert verwebt er in die Unternehmerstory Anekdoten aus der Jugend. Geboren 1930 in der Landgemeinde Scheiderhöhe, mit bäuerlicher Arbeit vertraut, wuchs bei ihm „die Grundeinstellung, ich will hier raus, raus aus der Landwirtschaft“. So beschreibt es Blum, der als pfiffiger Junge im Elternhaus durch die Installation eines Ölfasses als Hochbehälter erstmals für stets fließendes Wasser in Küche und anderen Räumen sorgte. Seinen Berufswunsch „Elektriker“ verwirklichte er mit einer Lehre bei den Klöckner-Werken in Troisdorf. Später besorgte er sich ein Motorrad, damit er den Weg von zu Hause zur Arbeit bei Klöckner und anschließend zu Abendkursen an der Ingenieurschule Köln schneller schaffte. Flott war er dafür unterwegs mit seinem Motorrad und in den Dörfern hieß es: „Löck, doot de Höhner fott, dä Albäät kütt.“ In allem war er schnell, schon als Lehrling konstruierte und baute Blum etwa einem Bauern einen elektrischen Aufzug für Getreidesäcke mit einem Getriebe aus Resten von Flakgeschützen. 1953 erhielt er als einer der Jüngsten im Handwerkskammerbezirk Köln den Meisterbrief. Dann eröffnete er ein Elektrogeschäft, dafür wurde im Elternhaus ein normales Fenster entfernt, Schaufenster und Ladentür eingebaut. Er und seine Frau Marianne hatten das erste Fernsehgerät in der Gemeinde und und und . . . Alle diese Geschichten, so hat es den Anschein, sprudeln aus Albert Blum nur so heraus in seinem interessanten Buch. Ebenso rasant ist der Aufstieg seines 1957 gegründeten Unternehmens ABS, den Blum, der nebenher auch den Pilotenschein machte und begeisterter Flieger ist, genauso anekdotenreich beschreibt.

Von der Vorstellung seiner Pumpen bei der Landwirtschaftsmesse in Frankfurt, wo die „sensationelle Messeneuheit“ plötzlich den Dienst versagte, was er so geschickt überspielte, dass keiner es merkte und er dennoch so überzeugend war, dass er 35 Stück verkaufte. Wie er selbst mit Hand anlegte beim Bau von Montagehallen. Bis hin zu den ABS-Werksgründungen in Irland, Brasilien, und im Elsass.Wie er mit dem Flugzeug, ob als Pilot oder Passagier, um die Welt flog, um alles zu managen. Wie er alle Gewinne wieder in die Firma steckte, und wie er für das mittelständische Unternehmen ständig auf der Suche nach Kapital war für Neuentwicklungen und Produktionserweiterungen. Und wie er auch aus diesem Grund seine Firma 1989 an die schwedische Firma Scanpump verkaufte, um das Unternehmen dauerhaft zu erhalten, was ihm gelang.

Bekannt ist Blum, der in die Schweiz umzog, dort am Bodensee sein neuartiges „Flugboot“ entwickelte - mittlerweile wohnt er wieder in Siegburg - auch als Mäzen in Scheiderhöhe, wo neben der Firma die Versammlungsstätte „Royal Albert Hall“ an ihn erinnert.

Das Buch „Innovation, Flexibilität und Ausdauer bringen Erfolg“ ist nur über Albert Blum zu beziehen, Telefon: 0 22 41 / 1 27 91 40, Fax: 1 46 04 76.