Schon seit der antiken Zeit gelten Sandbäder als effektive Form der Wärmebehandlung. Der aufgeheizte Sand als Unterlage und wohltuende Sonnenstrahlen lassen den Körper entspannen. So lockern sich Muskeln, und Schmerzen können gelindert werden. Besonders für Menschen mit Rücken- oder Gelenkproblemen kann das Strandliegen daher nicht nur vergnüglich, sondern auch nützlich sein.
Wer neben der angenehmen Wärme auch ein Feriengefühl spüren möchte, liegt in einem Sandlichtbad genau richtig. Fernab von Mittelmeer und Nordsee wird der Besucher in einer imitierten Strandlandschaft in Urlaubsstimmung versetzt. „Gerade in der Winterzeit wird das sehr gut angenommen“, sagt Antje Preiss von der Saarow-Therme in Brandenburg.
Sandlichtbad gegen Winterdepression
Bei rund 30 Grad Lufttemperatur wird ein ganzer Strandtag simuliert: Innerhalb von 45 Minuten geht zunächst langsam die Sonne auf. Durch Parabolspiegel an der Decke wird das Licht reflektiert, so dass gleißendes Sonnenlicht nachgeahmt wird. Begleitet von Entspannungsmusik wird es dann langsam wieder dunkel.
Solche Sandlichtbäder sollen vor allem gegen Winterdepressionen helfen und alle Sinne betören. „Man muss es wirklich erlebt haben“, erklärt Preiss den Effekt der Tageslichttherapie in Kombination mit dem warmen Wüstensand.
Keine medizinische Maßnahme
Auch die Lahn-Dill-Bergland-Therme in Bad Endbach in Hessen bietet solch ein „Bad in heißem Wüstensand“ an. Die Gäste werden bei Meeresrauschen für 25 Minuten auf einer Sandwärmeliege gebettet und in ein dünnes Vlies eingehüllt. Aus hygienischen Gründen darf die Haut nicht direkt mit dem Sand in Berührung kommen.
Auch wenn Rückenschmerzen gelindert und Verspannungen durch die Wärmetherapie gelockert werden. Eine medizinische Maßnahme sind die Sandbäder nicht. Diese Angebote sind für die Gesundheitsförderung und nicht gegen Krankheiten gedacht. „Es macht Spaß, und diese Wirkung darf man auch nicht unterschätzen“, sagt der Kurortwissenschaftler Prof. Jürgen Kleinschmidt.
(dpa)
