Eine piekfeine Adresse ist die Schönsteinstraße am Bahnhof Ehrenfeld nicht gerade, aber wenn man die 84 Treppenstufen zu Walter Passmann hochgeklettert ist, hat man von der schönen, gediegen eingerichteten Eigentumswohnung im 4. Stock aus einen wunderbaren Blick auf die Stadt mit Fernsehturm, Kölnturm und den Dom.
Vielleicht nicht mehr allzu lange wird Seine Tollität dort mit Ehefrau Tanja und Töchterchen Alina (15 Monate) wohnen bleiben, denn es ist durchaus noch ein Geschwisterchen angedacht bei Passmanns, und dann wird die Wohnung zu klein. Raumbestimmend im Wohnzimmer ist ein riesiger Glastisch, dessen Glasplatte von zwei steinernen Säulen à 350 Kilogramm Gewicht getragen wird.
Das besondere Reich des Hausherrn ist die Küche: Prinz Walter II. ist begeisterter Koch und lädt sich gerne Gäste ein - nach dem Karneval sein größtes Hobby neben Skifahren und Reiten. Lieblingsgericht: der Porreeauflauf nach dem Rezept von Oma Paula.
Geboren wurde Passmann am 9. Dezember 1969 in Köln. Nach Abitur am städtischen Gymnasium Rheinbach und Bundeswehr studierte er in Köln Volks- und Betriebswirtschaftslehre mit dem Abschluss Diplom-Kaufmann. Bei der Steag Entsorgungs GmbH (gehört zum RAG-Konzern) ist er zuständig für die Beschaffung von Alternativbrennstoffen für die Steinkohlekraftwerke des Unternehmens. Das bedeutet viel Fahrerei (monatlich rund 6000 Kilometer, ohne Bahnfahrten oder Flüge). Ehefrau Tanja ist Repräsentantin für das französische Kosmetikunternehmen Guinot.
Kennen gelernt haben sich die beiden auf der Schule. Als er sie sah, „war ich wie vom Blitz getroffen und habe einfach mal den Bagger ausgepackt“. Fortan belegte Walter sämtliche Leistungskurse (Pädagogik, Biologie) und Projektwochen (Schriftgestaltung) wie Tanja. Irgendwann wurden sie ein Paar, doch nach dem Abitur ging die Beziehung durch Bund, Studium und die Entfernung Köln / Altenahr auseinander. Aber nur für sechs Jahre, dann trafen sie sich zufällig im Karneval wieder und blieben endgültig zusammen.
Klar, dass Walter Passmann sich in der Kölnischen KG engagiert: Er wurde dort geradezu hineingeboren. Sein Vater Walter Passmann war Senatspräsident der Kölnischen. Sein Wunsch, Prinz Karneval zu werden, erfüllte sich nicht, denn kurz zuvor starb seine erste Frau. Seine zweite Frau Monika - Walters Mutter - war die Tochter eines Vorstandsmitglieds der Kölnischen, der der künftige Prinz seit 1982 angehört. „Wir haben uns oft über das Thema Dreigestirn unterhalten, und mein Vater, der 2003 gestorben ist, hat mich mental immer dabei unterstützt, einmal Prinz zu werden.“
Noch kann Seine Tollität gar nicht glauben, dass das nun wahr wird. Dabei hat er seinen Mitstreiter Claus Frohn bereits als beinahe komplette Lieblichkeit bewundern können. „Messerscharf!“, lautet sein Urteil, „die Jungfrau sieht aus wie eine schwedische Austauschstudentin.“