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Warnhinweise schrecken nicht ab

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BONN. Der See der Tongrube in Röttgen sieht wie ein idyllischer Weiher aus, mit viel Grün drumherum und Entenfamilien, die friedlich ihre Runden drehen. Doch die Idylle trügt: Baden verboten, erhöhte Ansteckungsgefahr, warnen Schilder. Der See ist ein Krankheitsherd, Larven von Saugwürmern, die durch den Kot von Wasservögeln ins Wasser gelangen, können bei warmem Wetter einen Hautausschlag verursachen. Doch nur wenige achten auf die seit dem Wochenende geltenden Hinweise des städtischen Gesundheitsamtes, wie eine Stichprobe der Rundschau gestern Nachmittag ergab.

Ein 36-jähriger Mann aus Grafschaft hat eines dieser Schilder an den Zugangswegen gelesen und verzichtet deshalb auf ein erfrischendes Bad. „Ich bin hier viele Jahre lang schwimmen gegangen, doch das Krankheitsrisiko möchte ich nicht eingehen“, erklärt er.

Der 24-jährige Gracjan und die 22-jährige Mitra wissen nichts von der Verseuchung und kühlen zunächst ihre Füße im Wasser. Doch sobald sie von der Krankheitsgefahr hören, bleiben sie am Ufer und bewundern den See lieber aus sicherer Entfernung.

Jedoch möchte nicht jeder bei der Hitze auf dem Trockenen sitzen bleiben: Eine 71-jährige Frau geht schon seit elf Jahren regelmäßig in dem See schwimmen. Durch die Warnung lassen sie und ihre siebenjährige Enkelin sich nicht beirren. Sofort steigen sie in das warme Wasser und freuen sich über dessen scheinbare Sauberkeit.

Die 26-jährige Studentin Nadine sieht ihnen beim Baden zu. Sie ist zum ersten Mal an der Tongrube und hat kein Warnschild entdeckt. Sie wollte zwar nicht unbedingt schwimmen, doch als sie von der Ansteckungsgefahr hört, will sie definitiv nicht mehr ins Wasser. „Die Stadt sollte ein Schild direkt am See anbringen, damit es für alle sichtbar ist“ schlägt sie vor.

Badeverbot gilt ebenfalls im Dornheckensee; von der 40 Meter hohen Felskante, die den See begrenzt, lösen sich Steine, die für Schwimmer gefährlich sind. (jud)