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Warum tragen sie braune Kleidung?

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WALDBRÖL. Sie fallen im Stadtbild auf, die buddhistischen Mönche und Nonnen in ihren braunen Gewändern und den großen wachen Augen. Gestern bummelten sie über den Waldbröler Markt. Bürgermeister Peter Koester hatte sie eingeladen, um ihnen die Stadt an einem lebhaften Markttag zu zeigen.

„Ein schönes Erlebnis, wir haben die Menschen, die Tiere und die Blumen sehr genossen“, schilderte Abt Phap A ne. Ebenso neugierig wie die neuen Bewohner des ehemaligen Bundeswehr-Zentrums für Transformation, das seit 14 Tagen „Europäischen Institut für angewandten Buddhismus“ heißt, sind die Waldbröler, die fragen: „Warum tragen sie braune und nicht wie Dalai Lama orange Kleidung?“

Diese und viele andere Fragen beantworteten Abt Phap A n und die Geschäftsführerin des Instituts, Dr. Thuc-Qujen, die, wie übrigens die meisten Mitglieder der Gemeinschaft, aus Vietnam stammt. Sie ist Zahnärztin in München.

Initiator des Buddhismus-Zentrums ist Zen-Meister Thich Nhat Hanh, der Hochschulen in Kalifornien, New York, Hongkong, Thailand, Vietnam und Australien initiierte sowie 1982 in der Nähe von Bordeaux ein buddhistisches Kloster und ein Praxiscenter für Laien gründete, genannt Plum Village. „Waldbröl soll ebenfalls ein Campus werden und ein Schirm, unter dem sich in Europa alle zusammenfinden“, lautet das Ziel. Rund 700 Mönche gehören weltweit zu dem Zusammenschluss. „Dem Laienorden gehören Zehntausende an, so wie ich“, ergänzte Thuc-Quyen.

Waldbröl wird zunächst als Seminar-Zentrum ausgebaut. Dafür sind Brandschutzauflagen zu erfüllen, so dass zurzeit noch ungewiss ist, wann diese Arbeit beginnen kann. Am Wochenende werden die Seminare in Dortmund abgehalten. Doch schon ab nächster Woche laden der Abt, die neun Mönche und zwölf Nonnen Interessierte täglich, außer montags, um 11 Uhr zu eine Walking-Mediation ein. Später, wenn der Umbau fertig ist, sollen spezielle Programm-Angebote folgen. Denn zur Tradition ihres Glaubens gehört, ihre Mitmenschen und Umwelt kennen zu lernen und von ihnen zu lernen.

Ihre Wurzeln hat die Gemeinschaft in Zen-Buddhismus Vietnams, deswegen auch die braune Kleidung. Die Menschen im Norden und in der Mitte des Landes färben das Tuch im Schlamm des Roten Flusses. Der Stoff wird braun, so wie die Erde. Der Buddhismus in Tibet habe sich der dortigen Tradition angepasst, erläuterte der Abt. Dies zeige anschaulich, dass der Buddhismus den Menschen nichts überstülpen wolle. „Wir hoffen, dass die Waldbröler kommen und von uns lernen und wir von ihnen“, sagte er. Das Ziel sei, gemeinsam eine Lebensweisheit zu entwicklen. Jeden Tag lernen sie Deutsch. Ein Lied geht ihnen schon munter über die Lippen: „Ich bin angekommen, ich bin Zuhause.“