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WaschbärenStreifzug mit Panzerknackermaske

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Ein kleiner Vielfraß: Der Waschbär ernährt sich von Obst, Körnern und Wurzeln. Er mag auch junge Fische, Insekten und Schnecken.

OBERBERG – Sie verschlafen große Teile des Tages und den ganzen Winter. Doch wenn es dunkel wird, kommen sie meist still und heimlich aus ihren Verstecken. Diese Eigenschaften treffen auf Waschbären zu, jene Tiere, deren Gesichter den Visagen der drei Panzerknacker ähneln. Wie die Comicganoven von Walt Disney hat auch der amerikanische Waschbär eine schwarze Maske um die Augen.

Auffällig ist aber auch der schwarz-weiß geringelte Schwanz, der etwas an ein Sträflingskostüm erinnert. In Oberberg sind Waschbären, wissenschaftlich Procyon lotor genannt, mittlerweile überall verbreitet. Dies bestätigt eine Studie, die auf eine Umfrage des Nabu Morsbach bei vielen Jagdpächtern, Jagdaufsehern und Naturbeobachtern fußt. Danach ist der Waschbär Anfang der 1960er Jahre erstmals im Bergischen Land und an der Sieg festgestellt worden. Aus den Jahren 1972 / 73 sind erste Vorkommen im Oberbergischer Kreis bekannt, so ein Fallenfang bei Gummersbach-Friedrichsthal.

Um 1980 konnten einzelne Waschbären aus Wiehl, Morsbach und dem Wiehltalsperrengebiet gemeldet werden, vier Jahre später aus der Nutscheid. Von 1980 bis 1989 sind mindestens 16 Waschbären sicher im Oberbergischen festgestellt worden. Aus den 90er Jahren liegen nur wenige Sichtnachweise aus dem Raum Morsbach vor.

Von 2000 bis 2008 dokumentiert vor allem die Jagdstatistik des Kreises das Waschbär-Vorkommen, allerdings nur mit Einzelabschüssen, Fallenfängen oder mit Funden toter Tiere so aus dem Raum Wiehl, Reichshof, Engelskirchen, Radevormwald und Wipperfürth. Das Jagdjahr 2002 / 03 ragt dabei mit fünf erlegten Waschbären heraus. Insgesamt sind in diesen neun Jahren mindestens 20 Waschbären sicher registriert worden.

Waschbärsichtungen und -strecken liegen aktuell aus dem Raum Nümbrecht, Waldbröl, Ruppichteroth, Morsbach und den südlich angrenzenden rheinland-pfälzischen Gebieten vor, darunter sind Beobachtungen von drei Familienverbänden mit drei, vier und sieben Jungtieren und mehrere Verkehrsopfer. Insgesamt sind dem Nabu Morsbach für die beiden Jahre 2009 und 2010 mindestens 33 Waschbären sicher bestätigt worden.

Zählt man alle Beobachtungen und Funde zusammen, sind von 1980 bis 2010 mindestens 73 Waschbären eindeutig in Oberberg und angrenzenden Gebieten nachgewiesen worden. Wegen der versteckten Lebensweise der Tiere wird die Dunkelziffer mit Sicherheit noch viel höher sein, vermutet der Nabu.