Abo

Wer zahlt für Straßenlaternen?

2 min

KUPFERBERG. Müssen die Anwohner des Weidenweges und der Dörpinghauser Straße bald im Dunkeln nach Hause gehen? Noch stehen dort sechs alte Straßenleuchten. Doch die sind sanierungsbedürftig und bekommen ihren Strom über eine Freileitung. Die BEW will die Leitung durch unterirdische Kabel ersetzen. Wer aber übernimmt die Kosten für Verkabelung, Tiefbauarbeiten und neue Leuchten - rund 35 000 Euro? Und das wäre noch die Billig-Variante. Würde man den Weidenweg nach der gültigen DIN-Norm ausleuchten, müssten in der Siedlung Kupferberg 17 neue Leuchten installiert werden, für 70 000 Euro.

Einen entsprechenden Vorschlag der BEW hat die Verwaltung abgelehnt - zu teuer, so die Begründung. Das Pikante: Wie der Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauwesen und Umweltschutz jetzt erfuhr, hat die BEW das nötige Stromkabel bereits verlegt - ohne Auftrag der Stadt. Das sorgte für einigen Ärger.

„Wenn wir jetzt die Leuchten anschließen, dann müssen wir auch bezahlen“, erklärte Baudezernent Volker Barthel. Sechs Leuchten für 35 000 Euro anzuschließen sei wirtschaftlich nicht vertretbar. Eine DIN-gerechte Straßenbeleuchtung könne man zwar nach dem Kommunalen Abgabengesetz zu 80 Prozent auf die Anwohner umlegen, doch das mache nur Sinn in Zusammenhang mit dem Straßenausbau des Weidenweges. Kurzfristig könne man eine solche Maßnahme den Anwohnern nicht zumuten.

Die fürchten, dass in der Siedlung bald das Licht ausgeht. Eine Liste mit 30 Unterschriften für den Erhalt der Straßenbeleuchtung wurde jetzt im Ausschuss vorgelegt. „Der Weidenweg ist für viele Kinder Teil des Weges zum Elfriede-Ryneck-Kindergarten und des Schulweges“, heißt es in dem Schreiben. Weil auch in Berkesbirken, Drecke und Wüstenhof einzelne Straßenleuchten wegfallen könnten, beschloss der Ausschuss, das Thema zu vertagen. Es gebe noch Beratungsbedaf mit der BEW, so die einstimmige Meinung. Die Auskunft des Energieversorgers gegenüber der BLZ war kurz und bündig: „Kein Kommentar zu laufenden Verhandlungen.“ (cor)