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Westform schließt Ende des Jahres

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HOMMERICH. Schlechte Nachrichten kommen aus Hommerich: Das Huber Westform-Werk steht vor der Schließung, rund 65 Mitarbeiter sollen in den nächsten Tagen ihre Kündigung erhalten.

Die Entscheidung der Geschäftsführung im baden-württembergischen Öhringen - dort sitzt die Huber-Konzernleitung - stößt bei den Lindlarern auf Unverständnis. Auf einer Betriebsversammlung Ende März gab sich die Geschäftsführung noch optimistisch und stellte bereits Pläne für das Jahr 2006 vor.

Doch davon ist nicht mehr viel übrig. Ende Mai kam der Vorsitzende der Geschäftsführung, Dr.-Ing. Rainer Opferkuch, von Öhringen nach Hommerich. „Anhand von Folien erklärte Dr. Opferkuch, dass sich die kleine Veranstaltung Westform nicht rentiert und man die Entscheidung getroffen habe, das Werk in Hommerich zu schließen“, so der Betriebsrat in einer Erklärung. Und weiter: „Wir sind geschockt, enttäuscht und verärgert, weil dieser Beschluss nichts mehr mit den Aussagen von Ende März gemeinsam hat“. Dr. Opferkuch habe auf die Frage, ob nicht ein anderer Investor Westform übernehmen würde, geantwortet: „Leute, glaubt mir, Euch will sowieso keiner.“

Keine Einigung

erzielt

Darauf beschloss der Betriebsrat, sich externen Sachverstand an Bord zu holen, und beauftragte die Firma ISA Consult, ein Gutachten zu erstellen. Ende Juli wurde dieses Gutachten vorgestellt. Die Schließung von Westform koste den Huber-Konzern 5,1 Mio. Euro, so das Gutachten. „Aber die Geschäftsführung zweifelte die Kompetenz von ISA Consult an, weil sie zu einem anderen Ergebnis kamen als die Herren von Huber Verpackung“, so der Betriebsrat. Auch eine Mitarbeiterinitiative zur Rettung des Werkes habe Dr. Opferkuch abgeblockt, obwohl es Investoren gebe, die Interesse an Westform hätten.

Weil beide Seiten sich nicht näher kamen, gab es vorige Woche einen Termin vor der Einigungsstelle für Interessenausgleich - ebenfalls ohne Ergebnis. „Die zuständige Richterin vom Arbeitsgericht Krefeld hat uns erklärt, dass sie die Entscheidung der Geschäftsführung nicht kippen kann“, erzählt Westform-Betriebsratsvorsitzender Cemal Salkimtas. „Wir rechnen jetzt damit, dass noch diese Woche die ersten Mitarbeiter ihre Kündigung erhalten.“ Über einen Sozialplan werde bereits verhandelt, noch seien beide Seiten aber sehr weit voneinander entfernt. Jetzt hat sich der Westform- Betriebsrat direkt mit dem Vorsitzenden des Huber-Aufsichtsrates, Professor Dr. Walter Siegle, in Verbindung gesetzt und ihn gebeten, die Schließung noch einmal zu überdenken.

„Wir haben das Werk Anfang 2001 aus der Insolvenz übernommen“, erklärt der vorsitzende Geschäftsführer von Huber, Dr. Rainer Opferkuch. In der Folgezeit habe sich die Huber-Gruppe stark in Hommerich engagiert, mit dem Ziel, sich auch im Kunststoffbereich Marktanteile zu sichern - traditionell stellt Huber Metallverpackungen her. „Aber das ist uns nicht gelungen. So traurig das ist, es gibt keine Alternative zur Schließung von Westform“, erklärt der Geschäftsführer. Zwar hätten in den vergangenen Monaten mehrere Interessenten angeklopft, es habe aber kein ernsthaftes Angebot gegeben. Und auch eine Mitarbeiterinitiative sei ohne Investor zum Scheitern verurteilt.

Was passiert nun? „Derzeit haben wir noch 61 Mitarbeiter in Hommerich beschäftigt, die werden jetzt ihre Kündigungen erhalten.“ Bis Ende des Jahres soll das Werk geschlossen werden. Erhalten die Mitarbeiter zumindest eine Abfindung? „Der Betriebsrat hat die Verhandlungen über den Sozialplan für gescheitert erklärt“, so Opferkuch, „das ist sehr bedauerlich.“ Jetzt muss eine Schlichtungsstelle entscheiden.

Die Gründe für das Aus von Westform sieht der Manager vor allem in der Vergangenheit. „Als wir das Werk übernommen haben, gab es schon einen sehr großen Investitionsstau.“ Seit Jahren mache man in Hommerich Verluste, um profitabel zu arbeiten, sei das Werk einfach zu klein. Opferkuchs Fazit: „Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“