Das Bistro Maksim auf der Kalk-Mülheimer-Straße in Kalk ist nach außen ein unscheinbares Lokal; doch hinter den Mauern werden seit Jahren kriminelle Geschäfte gemacht. Nach Polizeiangaben floriert in der Kneipe der Drogenhandel und das illegale Glücksspiel. Jetzt eskalierte die Situation, und der 23-jährige Türke Murat K. muss einen Streit zwischen Albanern und Türken wohl mit dem Leben bezahlen. Mit einem Kopfschuss wurde er nach einem Glücksspiel niedergestreckt. Sein Zustand ist äußerst kritisch, sagte gestern Polizeisprecher Jürgen Göbel.
Murat K. hatte sich am Dienstagabend im Maksim mit seinem Kumpels verabredet; gemeinsam wollten sie ein Bierchen trinken und Backgammon spielen. Gegen Mitternacht startete das Spiel mit hohen Einsätzen, und es ging bis in die frühen Morgenstunden. Um 2 Uhr gesellten sich zwei Albaner zu den Türken und machten bei dem Spiel um Geld mit.
Wie aus Polizeikreisen zu erfahren war, verloren die beiden Albaner das Brettspiel und büßten reichlich Geld ein. Das passte den Männern nicht, und anschließend kam es zum Streit zwischen den Kontrahenten. Um 4 Uhr rastete ein 25-jähriger albanischer Glücksspieler aus, packte seine Waffe und schoss in der Kneipe wild um sich. Der 23-jährige Murat K. erlitt einen Kopfschuss, seine drei Freunde im Alter von 24 bis 35 Jahren mussten mit schweren Verletzungen an den Knien und Schienbeinen ins Krankenhaus gebracht werden. Die anschließende Großfahndung der Polizei brachte keinen Erfolg. Zunächst suchte die Polizei einen roten Ford Mondeo mit Kölner Kennzeichen; nun wird intensiv nach einem roten Mondeo mit Wuppertaler Nummernschild gefahndet. Wir vermuten die Täter im Bergischen Land, sagte ein Ermittler. Zu einer Festnahme kam es bis gestern Nachmittag noch nicht, allerdings haben wir gute Ermittlungsansätze, berichtete Polizeisprecher Jürgen Göbel.
Dennoch wird es für die Ermittler wohl sehr schwierig, die Schießerei aufzuklären. Wir müssen davon ausgehen, dass die Verletzten nicht viel sagen werden, so Göbel. Aus Angst vor Repressalien für sie und ihre Familienangehörigen würden sie den Mund halten.
Viele Nachbarn des Maksim berichteten, dass das Lokal ein Drogenumschlagplatz sei. In dem Laden wird bis in den frühen Morgen gedealt und getrunken, sagte ein Mann, der seinen Namen nicht nennen wollte. Innerhalb von vier Jahren sei das Lokal viermal von der Polizei dichtgemacht worden. Ich habe oft gesehen, wie Spürhunde in das Lokal gingen und Beamte mit vollen Plastiktaschen, vermutlich mit Drogen, herauskamen, berichtete ein Kaufmann; der nur wenige Meter vom Bistro Maksim entfernt sein Geschäft betreibt.