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WildtierReh war vier Tage im Garten gefangen

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Vier Tagelang war ein Reh im Garten von Sigmar Gill gefangen, dann fand es durch ein Loch im Zaun den Weg in die Freiheit.(Foto: privat)

Bergisch Gladbach – Vier Tage sprang bei Siegmar Gill ein Reh durch den Garten. Am vergangenen Donnerstag hatte das Wildtier den Zaun überwunden, erst am Sonntag gelang es unter vereinten Kräften der Nachbarschaft, das Reh zurück in den Wald zu bugsieren. „Dafür mussten wir den Zaun eines Nachbarn aufschneiden“, berichtet Gill. „Keine Behörde wollte mir helfen“, ärgert er sich. Weder Polizei, Feuerwehr noch Jägerschaft seien ihm entscheidend zur Hilfe gekommen,. „Was soll ich machen, wenn das Reh nicht zurück in den Wald läuft?“Gill wohnt in der Nähe des Diepeschrather Walds.

Rehe kommen dort häufiger vor. Zunächst habe er sich nichts weiter dabei gedacht, als er das Tier in seinem Garten bemerkt habe. „Das wird schon wieder herauslaufen.“ Tat es aber nicht. Das Reh hatte offenbar die Orientierung verloren und sprang über einen weiteren Zaun in den Garten eines Nachbarn. Von dort gab es kein Vor und Zurück mehr.

„Wir haben die Polizei angerufen. Nicht zuständig. Wir haben die Feuerwehr angerufen. Auch nicht zuständig“, berichtet Gill von seinen ergebnislosen Anläufen. Die Kreisverwaltung habe ihn an das Veterinäramt verwiesen, die dann den Kontakt zur Unteren Jagdbehörde hergestellt habe. „Der Jäger war auch sehr nett und wollte uns helfen.“ Nur dass der Jäger das Reh habe erlösen wollen, habe er nicht akzeptieren können. Also zog der Jäger wieder ab.

Die Rettung gelang erst am Sonntag: Gill und seine Nachbarn schnitten ein Loch in den Zaun. „Man traut sich ja auch nicht so nah dran. Das ist ein Wildtier, das kräftig ist.“ Nach einiger Zeit habe das Tier die Lücke gesehen und sei in den Wald gelaufen. „Meine Tochter hatte da schon Lockstoff aus der Apotheke geholt, das wäre eine weitere Idee gewesen.“

Bei der Polizei verweist Sprecher Peter Tilmans auf den jeweiligen Einzelfall. „Wir helfen immer, wenn Gefahr im Verzug ist.“ Zuletzt habe man sogar ein Chamäleon gerettet. So ähnlich kommentiert auch Feuerwehrsprecher Elmar Schneiders: „Wir fangen auch Papageien ein, falls notwendig. Aber wenn keine Notlage eintritt, können wir nicht wirklich helfen.“ Ralph Huckriede von der Kreisjägerschaft empfiehlt, sich an den Revierpächter beziehungsweise an Kreisjägerschaft und Jagdbehörde zu wenden. Bürger sollten solche Ereignisse auf jeden Fall melden, die Experten würden immer gerne helfen.