Klar, Ananas aus den Tropen lässt sich fast immer im Supermarkt kaufen. Wer aber lieber zu frischen Produkten aus der Region greifen möchte, die zur Jahreszeit passen, hat auch am Ende des Jahres die Möglichkeit dazu. Die Auswahl ist zwar nicht mehr so riesig wie im Herbst, aber dafür gibt es im Dezember einige Gemüsesorten von deutschen Feldern, die etwas ganz Besonderes sind. Und die umso besser schmecken, je kälter es draußen ist. Dazu zählt wohl vor allem der Grünkohl, der klassischerweise immer erst nach dem ersten Frost geerntet wird, weil er dann nach landläufiger Übereinkunft am besten schmeckt. Aber die Winterküche hat noch mehr zu bieten. Sechs Dezember-Gemüsegenüsse im Überblick.
Feldsalat
Der edle Wintersalat wird bereits seit einigen Wochen frisch von den heimischen Feldern geerntet. Er hat viele Fans wegen seines vollen und nussigen Geschmacks. Die grünen Blätter sind im Freien ziemlich robust und kommen auch mit den ersten Frösten gut klar. Bei der Verarbeitung in der Küche ist allerdings Vorsicht angesagt, denn die dünnen und weichen Blätter welken schnell. Sie sollten so schnell wie möglich gegessen werden. Die feinen Rosetten sollten also nicht unter dem Wasserstrahl, sondern behutsam im Wasserbad gesäubert werden. Oft sogar mehrfach, denn die Sandreste und Schmutzpartikel sind meist hartnäckig. Der Edelsalat passt perfekt zum Weihnachtsmenü - beispielsweise zur Entenbrust oder als Vorspeise garniert mit Grapefruit- oder Orangenstücken.
Grünkohl
Der Winterhärteste unter den Kohlsorten kommt mit niedrigen Temperaturen gut zurecht. Bei leichtem Frost und Minusgraden verwandelt sich die Stärke im Kohl in Zucker, so wird der Geschmack mild und süßlicher. Sollten die Blätter bereits gelb und welk sein, besser Finger weg, denn dann hat der Kohl schon zu lange gelagert. Für die Zubereitung die Blätter gründlich waschen und wenige Minuten blanchieren. Dann abtropfen lassen, klein schneiden und weiterverarbeiten. Bei uns im Rheinland wird der eiweißreiche Grünkohl oft mit Mettwurst serviert, nicht nur auf dem Weihnachtsmarkt. Kohlfreunde im Norden essen das Wintergemüse am liebsten herzhaft mit Pinkel, einer ebenfalls kräftig gewürzten Wurst. Die krausen Kohlblätter passen aber auch gut zu Kasseler und eignen sich für alle, die auf ihre Figur achten, als fettarme Gemüsebeilage.
Chicorée
Dieses Wintergemüse ist besonders kalorienarm und reich an Folsäure. Chicorée schmeckt gegart und roh, wenn er als Salat zubereitet wird, fallen die Blätter nicht so schnell in sich zusammen. Ausländische Ware schmeckt oft bitterer als heimische. „Das liegt an den längeren Transportwegen“, erklärt die Landwirtschaftskammer NRW, denn mit der Dauer der Lagerung nehmen die Bitterstoffe zu. Ein Grund mehr also für regionale Ware. Wer den Chicorée im Topf gart, sollte einen Spritzer Zitronensaft ins Kochwasser geben, dann bleiben die Sprossen schön weiß. Wem der Geschmack des Chicorées auch im Salat zu bitter ist, kann diesen ebenfalls mit Zitronensaft abmildern. Immer kühl und dunkel lagern, im Gemüsefach des Kühlschranks hält er sich rund eine Woche. Wer gerne Rohkost knabbert, kann die Blätter zum Dippen verwenden.
Rotkohl
Glas auf und rein in den Topf, so bereiten die meisten von uns ihren Rotkohl zu. Es geht aber auch frischer: den Strunk und die äußeren Blätter entfernen und den Kohl in feine Streifen schneiden. Damit das Gemüse seine typisch rote Farbe erhält, braucht es beim Garen etwas Säure in Form von Essig, Zitronensaft, Wein oder säuerlichem Apfel. Geschmort in angeschmälzten Zwiebeln und gewürzt mit Nelken, Rotwein, Muskatnuss und Lorbeerblättern schmeckt die typische Weihnachtsbeilage besonders gut. Tipp: Über Nacht mit Äpfeln, Zitronensaft, Rotweinessig, Salz und Zucker marinieren und am nächsten Tag in dieser Flüssigkeit garen. Wer es klassisch mag, serviert den Rotkohl zu Gans, Ente oder Wild.
Sellerie
Auch der Knollensellerie ist ein typisches Wintergemüse. Für seinen würzigen und süßlich-scharfen Geschmack sind vor allem die enthaltenen ätherischen Öle verantwortlich. Sellerie schmeckt im Waldorf-Salat mit Äpfeln und Nüssen oder im Schichtsalat mit Lauch und Schinken. Viele verwenden die Sorte vor allem in Suppen und Eintöpfen, dabei lässt sich Sellerie sogar zu Schnitzeln verarbeiten, wenn die Knollen scheibenweise und je nach Geschmack mit oder ohne Panade angebraten werden. Das Fruchtfleisch eignet sich auch für Püree. Sellerie ist reich an Kalium und Calcium sowie an den Vitaminen E und C. Auch hier hilft wieder Zitronensaft: das Beträufeln verhindert die Braunfärbung.
Steckrüben
Dieses Gemüse hat hat gerade Hochsaison und ist inzwischen sogar bei hochdekorierten Sterneköchen beliebt. Der Geschmack erinnert ein wenig an Kohlrabi. Nur für den Eintopf sind die runden Knollen zu schade. Besonders gut schmecken Steckrüben würzig als Curry oder überbacken als Gratin.
