Abo

Wirges macht wieder von sich reden

2 min

Fast ein Vierteljahrhundert ist es her, dass Ulrich Maria Wirges Schlagzeilen machte: der angesehene Mediziner, der zum Verbrecher wurde. Nach mehreren Gefängnisauf-

enthalten ging er nach Afrika. Nun ist er wieder in Deutschland - und hat ein Buch geschrieben.

WIPPERFÜRTH / HÜCKESWAGEN. Das Leben von Ulrich Maria Wirges liest sich wie ein Roman: Der Wipperfelder ist Arzt, arbeitet zunächst im Wipperfürther St.-JosefKrankenhaus, eröffnet dann eine Praxis in Hückeswagen. Noch heute, fast ein Vierteljahrhundert nach Schließung seiner Praxis, sprechen ältere Hückeswagener mit Hochachtung von ihm.

Doch der Mann im weißen Kittel fällt tief. Sehr tief. 1979 wird der Wipperfelder wegen Erpressung und schweren Raubüberfalls zu einer siebeneinhalbjährigen Haftstrafe verurteilt. Es soll nicht der einzige Gefängnisaufenthalt im Leben des Ulrich Maria Wirges bleiben.

Und nun veröffentlichte der 59-Jährige sein Erstlingswerk als Buchautor: „Everist“. Wirges schreibt darin über den Arzt Rudolf Maria Everist aus Hückeswagen (!), der den Tod einer vermögenden älteren Frau verursacht haben soll. Everist verlässt daraufhin Europa und geht nach Afrika. Die Parallelen zu Wirges' eigenem Leben sind nicht zu übersehen. Und er gibt auch zu, dass sein Roman viel Autobiografisches enthält. „Everist steht quasi für mich“, sagt Wirges. Die Praxis, der Absturz in die Kriminalität, die Zeit in Afrika - Wirges' Leben zieht sich wie ein roter Faden durchs Buch. Die Rahmenhandlung dagegen ist fiktiv.

Nach einigen Gefängnisaufenthalten ging Ulrich Maria Wirges in den 80er Jahren nach Kenia, wo er eigenen Angaben zufolge in einem Dorf am Indischen Ozean lebte und als Arzt praktizierte. „Ich habe dort nicht im Touristen-Ghetto gewohnt, sondern unter Einheimischen“, erzählt er.

Nun hat er also auch einen Roman geschrieben. Das zweite Buch, ein Köln-Krimi, sei in ein paar Tagen fertig, sagt er. Geschrieben hat er es schon als EvB-Schüler: Damals war er freier Mitarbeiter der BLZ. (vk / büba)

Ulrich Maria Wirges: „Everist“, Fantasy-Products-Verlag, 254 Seiten, 9 Euro.