DÜRSCHEID. In den 70er Jahren war die Dürscheider Reiterhacienda eine überaus beliebte Vergnügungsstätte. An den Wochenende strömten die Ausflügler in Scharen in die Saloons der Hacienda. Davon ist nicht mehr viel geblieben: Seit langem liegt die Fläche brach. Ein halbverfallener Bretterverhau, ohne Fenster und Türen. Dürscheids Schandfleck, sagen die Ratspolitiker und planen ein großzügiges Baugebiet mit insgesamt 42 Wohneinheiten. Schön gelegen auf einem Höhenplateau oberhalb des Ortsteils.
Dagegen haben die Anwohner des an die Reiterhacienda angrenzenden Buchholzbergs nichts einzuwenden. Dürscheid wird davon profitieren, meint Michael Berger, der an der schmalen Anliegerstraße wohnt. Strittig ist nur die Frage der Verkehrsanbindung: Die Neu-Dürscheider könnten wahlweise über den Buchholzberg oder über eine noch zu bauende Querspange (Südtangente) von der Dürschtalstraße (L 298) aus zu ihren neuen Eigenheimen gelangen.
Für den zusätzlichen Verkehr ist der Buchholzberg nicht geeignet, argumentiert Michael Berger: In der Straße befindet sich ein Engpass von ca. 55 Meter Länge mit einer Fahrbahnbreite von nur 3,50 Meter. Begegnungsverkehr ist an dieser Stelle nicht möglich: Rechts eine Hoffläche mit zwei Dutzend Garagen, links eine Stützmauer aus Beton. Mehr als ein Pkw passt da nicht durch. Es gibt keinen Bürgersteig und keine Haltebucht, beschreibt Berger die ominöse Stelle, die auch noch hinter einer schwierig einzusehenden Kuppe liegt. Wir fürchten, dass sich durch die geplante Verkehrsanbindung der Reiterhacienda über diese Straße die Gefährdungssituation weiter drastisch verschärft, so Berger in einem Brief an Bezirksregierung und Gemeinde.
Besser sei die Realisierung der Südtangente, quer über die große Wiese (vorgesehen als weiteres Baugebiet) und den Dürschbach. Doch diesen Plänen hat die Bezirksregierung einen Riegel vorgeschoben: Der Bereich liege im Überschwemmungsgebiet des Dürschbachs und sollte von Bebauung frei gehalten werden, meint die Behörde.
Kürtens Verwaltung plante daraufhin um: Anbindung der Hacienda über den Buchholzberg, Bau eines Wendehammers oberhalb der Zufahrt und Stopp der Großen Wiese.
Damit will sich Berger nicht zufrieden geben. Die Verantwortlichen sollten noch einmal gemeinsam über die Situation beraten, meint er.
Letzter Stand der Dinge: Vor den Osterferien hat der Planungsausschuss den Entwurfs- und Offenlegungsbeschluss zur F-Plan-Änderung Reiterhacienda gefasst. Die Pläne liegen bis zum 23. Mai im Kürtener Rathaus aus.
Am Dienstag, 29. April, wird es um 17.30 Uhr im Mehrzweckraum der Grundschule Dürscheid eine von der Gemeindeverwaltung vorbereitete Bürgerversammlung geben.