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Wupsi-BusfahrerIn der Tarif-Falle

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LEVERKUSEN / RHEIN-BERG – Es ist vertrackt, das gibt selbst die Wupsi zu: Weil heute ein anderer - und für das kommunale Verkehrsunternehmen günstigerer - Tarifvertrag gilt, müssen 16 Busfahrer in den kommenden Monaten das Unternehmen verlassen. Sie haben sich weder etwas zuschulden kommen lassen, noch sind ihre Arbeitsplätze künftig überflüssig.

Ihr Pech ist lediglich: Die Männer wurden befristet für ein Jahr - manche für zwei Jahre - eingestellt. Würden ihre Verträge aber demnächst „entfristet“, sprich: Würde das Busunternehmen die Männer unbefristet übernehmen, dann gälte für sie der alte Tarifvertrag.

„In den ersten Jahren gibt es da gar nicht so große Unterschiede“, sagt Frank Nettesheim, Prokurist der Wupsi. Nur „hinten raus“ wird es teurer: Beim Ende 2009 ausgelaufenen Tarifverlauf hätten die Männer nach 17 Jahren Dienstzeit ein Brutto-Endgehalt von 2506,80 Euro gehabt. Beim neuen verläuft die Kurve flacher, hier erreicht der Fahrer erst nach 20 Jahren die Endstufe. Nach derzeitigem Stand 2201 Euro brutto. So sieht es der für NRW geltende Flächentarifvertrag vor.

„Es ist nicht so, dass die Fahrer dann lediglich diese Summen verdienen würden. Dazu kommen ja auch immer noch Zuschläge, etwa für Nachtarbeit oder Überstunden“, so Nettesheim.

Das Verkehrsunternehmen muss extrem auf die Kosten achten. So wurden in den vergangenen Jahren bereits durch die private Tochter HBB große Summen eingespart, weil HBB noch deutliche geringere Entgelte zahlt.

Wupsi-Vorstand Marc Kretkowski hat es ausrechnen lassen, was die Übernahme der 16 Fahrer mit alten Tarifwerk das Unternehmen kosten würde. Er kam dabei - hochgerechnet auf die Lebensarbeitszeit der Beschäftigten - auf eine Mehrbelastung von 1,7 Millionen Euro. Angesichts der finanziellen Zwangsjacke - noch dieses Jahr sollen nach den Angaben bei der Wupsi weitere 100 000 Euro eingespart werden - werden die befristet Eingestellten deswegen nicht übernommen.

„Im Moment läuft aber kein Vertrag akut aus“, so der Prokurist. Wäre es möglich, dass die betroffenen Fahrer für die Weiterbeschäftigung freiwillig den niedrigeren Tarif akzeptierten? Das lasse das Tarifrecht nicht zu. Die Wupsi habe bereits „zahlreiche Varianten“ geprüft, grundsätzlich wolle man nicht nur befristete Einstellungen und sei weiter bereit, nach Lösungen zu suchen. Nettesheim: „Wir haben aber noch kein Patentrezept gefunden.“