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ZDF-Dreharbeiten in IversheimMit Handy und Schnaps aufs Dach

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Handyempfang nur auf dem Dach: Von dort ruft TV-Journalistin Ute Meier-Thiel alias Andrea Sawatzki ihren Chef an und belauscht ein Treffen von "Verschwörern". (Bild: Larmann)

IVERSHEIM – Irgendwie ist sie zu „betrunken“ - und das in rund zehn Metern Höhe auf einem Dach. „Andrea“, schreit Regisseur Tomy Wigand, „du bist in dieser Szene nur ein bissle betrunken.“ Schauspielerin Andrea Sawatzki hatte hoch oben auf dem Dach des Prümerhofs in Iversheim so stark geschwankt, dass einem wirklich angst und bange werden konnte.

Doch die Schauspielerin stand in Wirklichkeit auf einem Podest und wurde von einem der Filmleute mit einem Band gesichert. Höhenangst? „Habe ich keine“, sagt der TV-Star, der etwa als Tatort-Kommissarin bekannt ist. Süffisant ergänzt sie: „Wenn ich abstürze, fehlt ja der Schluss. Daher habe ich vollstes Vertrauen in das Team.“

Was macht sie eigentlich auf dem Dach? Sie telefoniert mit ihrem Handy in der Hand. In der anderen hält sie einen Flachmann. Andrea Sawatzki spielt die sensationslüsterne TV-Journalistin Ute Meier-Thiel in der ZDF-Komödie „Das Comeback“. Im Streifen will die Journalistin ihren Sender mit einem voyeuristischen Reality-Format wieder auf Erfolgskurs bringen.

Ihr „Opfer“: Der abgehalfterte Schlagerstar Hansi Haller alias Uwe Ochsenknecht, der seinen Comeback-Versuch starten will, nachdem sein letzter großer Hit „Oh-La-La-Larissa“ mittlerweile über 20 Jahre zurückliegt. Schauplatz dieser Fernseh-Doku ist Bad Böhlen, das mitten in der Eifel liegt - das einzige Hansi-Haller-Fandorf Deutschlands. Natürlich wird dabei kein Klischee ausgelassen und so ist klar, dass es in der Eifel nicht überall Handyempfang gibt. Journalistin Ute Meier-Thiel muss also rauf aufs Dach.

Bei der zweiten Aufnahme nimmt sich Sawatzki etwas zurück. Sie ist nun kaum noch „betrunken“. Und Schauspieler werden innerhalb von wenigen Sekunden stocknüchtern. Wieder telefoniert sie mit ihrem Chef und berichtet, dass sie schon wahnsinnig viele gute Szenen im Kasten habe und sich kaum entscheiden könne. Dann belauscht sie ein Geheimtreffen von fünf Männern aus dem Dorf. Sie hassen Hansi Haller und würden ihn am liebsten zum Teufel jagen. Für Journalistin Meier-Thiel ein gefundenes Fressen. Sie jubelt, nimmt noch einen Schluck aus der handlichen Pulle. Dann kommt ein lautes „Aus. Danke“ vom Regisseur.

War s das? Nein. „Andrea, du darfst nicht so oft trinken“, kommt die Anweisung. „Am Ende musst du wie Boris Becker jubeln“, ergänzt Wigand. Die Szene muss ein drittes Mal gedreht werden. Doch halt, das Sicherungsseil ist nicht dunkel genug. In luftiger Höhe muss der Mitarbeiter das Band mit schwarzem Tape abkleben. „Auf Anfang bitte“, tönt es. Schlagartig wird es still. Die Euskirchener Straße in Iversheim wird abgeriegelt. Geräusche von vorbeifahrenden Autos sind Gift für das Filmteam. Sawatzki setzt erneut an. Wieder telefonieren, aus dem Flachmann trinken, lauschen, jubeln, aus dem Flachmann trinken. „Aus. Danke.“ Regisseur Tomy Wigand kennt seinen Text. Er schaut. Ein paar Sekunden vergehen. Wigand lächelt, schickt dann Handküsse nach oben. Die Szene ist im Kasten. Die Stimmung am Set wird immer besser. Und das, obwohl es bereits 19 Uhr ist. Der letzte Drehtag in Iversheim neigt sich dem Ende entgegen. Ein paar Szenen müssen aber noch gedreht werden, koste es, was es wolle. Doch von Anspannung keine Spur.

Auch Imre von der Heydt ist zuversichtlich. „Klar, wir hängen etwas hinter dem Zeitplan her. Aber das klappt schon“, sagt der Producer der „Sony Pictures Film und Fernseh Produktions GmbH“. Er ist begeistert von Iversheim als Drehort: „Der Ort ist ein Traum. Sensationell ist, dass die Menschen so unglaublich offen waren und die Strapazen, die wir ihnen aufgebürdet haben, so gelassen ertragen haben.“ Immerhin wurde seit Anfang Juni gedreht. Immer wieder musste die Euskirchener Straße gesperrt werden. Doch die Iversheimer machten das Beste draus. Bei einem Abenddreh gab es dann auch schon mal ein spontanes Grillfest. „Irgendwie waren wir Teil des Dorfes“, sagt von der Heydt. „ Es hat großen Spaß gemacht, hier in Iversheim zu drehen. Die Menschen hier waren sehr herzlich“, sagt auch Andrea Sawatzki, die lange darauf warten musste, endlich aufs Dach zu kommen. Immer wieder mussten die beiden Hebebühnen verschoben werden, bis der optimale Standort für Kamera und Ton gefunden war. Doch Zeit ist bekanntlich Geld - und so wurde während der Aufbauarbeiten an anderer Stelle gedreht.

Etwa die Szene, die Sawatzki vom Dach aus belauscht. Schauspieler Michael Brandner steht dort mit ein paar Männern aus dem Dorf - alle gespielt von Nebendarstellern wie Friedel Jülich aus Kirspenich oder Stefan Kühn aus Kirchheim. Sie tauschen ihren Unmut über das Auftauchen von Schlagerstar Hansi Haller in ihrem Ort aus, der ihren Frauen die Köpfe verdreht. Dann wird mit einem Kölsch angestoßen - allerdings alkoholfrei. Es soll schließlich niemand betrunken aus Iversheim abreisen...